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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
Entstehung
Seite
27
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Das Alpengebirge.

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jeder Seite eine Gufferlinie, aber dem Rande näher als der Mitte,haben, wird der Schutt »ach beiden Seiten über die Ränder gescho-ben, und zu sogenannte» Glättscherwällen aufgehäuft, indem derweiße, freie Mittclstrich des Glättschers wie ein Fächer sich ausbrei-tet, und den ganzen Glättscher einnimmt. Im Blümlisalpglätt-scher findet sich «in Felsenkamm. Durch zwei Rinnen, und nurdurch diese, stürzt fortwährend Schutt auf den Glättscher, und bil-det so zwei schone Gufferlinie». Diese werden im Hcrabsinken desGlattschers sehr breit, und laufen zugleich außerordentlich aus-einander.

Aus dem Angeführten ergiebt sich, daß die Glättscher durch in-nere Ausdehnung zu Thal steigen, daß aber dieses durch Schmelzenvon unten und den größeren Winkel des Abhanges gegen den Hori-zont erleichtert wird. Die bisher und fast allein herrschende Ansichtbetrachtet es als blos mechanisch durch Eigenschwere und unteresSchmelzen bedingt.

Während einige Glättscher ohne Bruch Herabsteigen, drängensich andere über senkrechte Felsen, reißen jeden Moment im Vorrückenin kleinen Massen los, und biete» dem fernen Wanderer interessanteSchauspiele. Andere halten hier das Mittel und steigen stufenweiseüber wilde Klippen herab. Diese Glättschergehänge zeigen dem Rei-senden das Anstaunenswürdigste. Oberhalb des Abhanges fangen siean zu zerreißen, und die Schwere beginnt ihre Herrschaft zu üben.Sobald die Masse auf den Abhang selbst gelangt, ist jede Regelmä-ßigkeit der Formen gänzlich verschwunden. Alles reißt durch einan-der, und bietet dem atmosfärischeu Einflüsse tausend Zugänge in dasInnere und Tiefere des Glättschers. Wo einzelne Steine auf derMass« liegen, wächst diese zu wilden Thurmgestalten empor, die manoft Hundertweise von 20 bis 80 Fnß Hohe sieht. Rings um sie istdie Mass« bis auf den Grund gerissen. Sehr häufig stürzen solcheThürme mit ihren Stsinköpfen ein, und vermehren mit schrecklichemRuine das Grausige der Formen. Oft richten sich mauerähnlick,mit tausend Zacken, ganze Glättscherschichten weit in die Luft auf.Nicht immer sind Steintrümmer auf diesen emporstrebenden Gestal-ten. Sie scheinen oft der unterirdischen, durch die Schründe stei-genden Luft, welche Schneegestöber und Dünste mit frischem Zuge-wische» den Massen emportreibt, ihre Form zu verdanken. So