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Das Alpcngebirge.
Ist er frisch gefallen, so macht er die ganze Strecke, auf der er liegt,ungangbar. Er hat noch keine tragfahige Festigkeit; man gleitet im-mer aus, und da der Wind mit dem Schnee tiefe Schluchten aus-füllt, und sie den flachen Theilen gleich macht, ist jeder Schritt mitGefahr des Versinkens verbunden. Nur dann erst, wenn der Schneeso fest geworden ist, daß er mit Sicherheit tragt, kann man auf denBergen über ihn fortkommen. Gegen das Ende des Winters istdie Schneeriude am festesten und gangbarsten.
Die Lauinen, nicht selten nach dem Italischen Lavinen genannt,sind entweder Schnee- oder Eisstürze, welche zu den fürchterlichstenErscheinungen des Alpengebirges gehören. Man kann sie sämmtlichunter vier Abtheilungen bringen.
Die Staublauinen, auch kalte Lauinen und Windlaniuen ge-nannt, kommen nur im Winter vor, wenn loser Schnee die Gebirgebedeckt, und bestehen aus lockeren Schneemaffen, welche von den Ber-gen herabstürzen, und im Fallen zerstäuben. Sie werden nur durchdas Zusammendrücken der Luft gefährlich.
Die Rollauineu, häufig Grundlauincu, auchSchlaglauinen undSchloßlauinen genannt, sind zusammenhängende Schneemaffen, welchezu Ende des Winters, wenn der Schnee ballt, den Berghängenentrollen, und öfter Felsenstücke, Wälder und Gebäude entweder zu-sammenwerfen, oder mit sich fortführen.
Die Rutsch lau inen, in der Schweiz auch Suoggi- (spr. Suggi)Lauinen genannt, entstehen besonders auf der Waldregion, wenn dieSchneedecke bereits durchfeuchtet ist, nicht zum Losreißen kömmt,sondern langsam über den schlüpfrigen Bergabhang rutscht, und hin-ter-jedem Gegenstand, der ihr im Wege ist, sich anhäuft, sich andemselben entweder stauet, oder theilt, oder wenn der Druck der Massezu stark ist, ihn fortschickt.
Die Glättsch er lauinen, welche in der Schweiz gewöhnlichStaublauinen genannt werden, sind über steile Berghänge herabdonnerdeGlättschertheile, die im Sommer, bei heißem Wetter, von den Glätt-schern sich ablösen, und unter donnerähnlichem Krachen und Tosen,a» den Felsenwänden zerschellend, in die Tiefe stürzen. Diese Laui-uen sind die unschädlichsten, da sie nur in unbewohnte Gegendenfallen. Sie sind, wenn man sie während des Fallens aus der Fernebetrachtet, Wafferfälle» ähnlich. Die größte» Glättscherstücke kom-