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Die Pampas und ihre Bewohner.
entweder geschlachtet, oder nach der Stadt verkauft. Auf kleinerenBesitzungen werden nur so viele Pferde gezogen, als zum Bedarf«der Reiter erforderlich sind. Sie wachsen wild auf, und werden,wenn sie zum Reiten tauglich sind, eingefangen, gezäumt und gesat-telt, und allmählig zum Dienst abgerichtet. Auf die Schafe verwen-det man nicht die mindeste Sorgfalt. Sie dienen eigentlich nur zurNahrung, da ihre, ohnehin grobe, Wolle sich auf der Waide mitden Stacheln der Disteln anfüllt, und im Handel, in diesem Zustande,und ungewaschen, nicht abgesetzt werden kann.
Dieses sind die Verrichtungen des Viehzucht treibenden Landbe-wohners in der Nahe einer volkreichen Stadt. Ist er thätig, soverfertigt er zuweilen Butter und Käse, und baut wohl auch einigeGartenfrüchte. Gewöhnlich lebt er aber allein von gebratenemFleische, wozu er Paraguay-Thee trinkt. Findet er Gelegenheit, nachder Stadt zu schicken, so läßt er einige Luxusartikel, worunter Brod,Salz, Kaffee, Zucker und Wein gehören, von daher bringen. Sehrverschieden von ihm lebt der Landmann, der, weit von den bewohn-ten Plätzen entfernt, Besitzer großer Ländereien ist, welche oft 50Stunden im Umfange haben, und worauf Heerden von 30 bis 80.000Stück Hvr»vieh,'.Pferde und Schafe Waiden.
Ich war so glücklich, eine dieser ungeheuren Besitzungen, vondem Sohne meines gütigen Wirthes begleitet, besuchen zu können.Sie gehörte dem Herrn Cab de Villa, einem Mitglied« der Regie-rungs-Jnnta, und war 20 Stunden von Don Pedro's Estancia ent-fernt, die wir, wohl bewaffnet, und von einem, des Weges kundigen,Pion (Knecht) begleitet, verließen. Dem Europäer ist ein, des Lan-des kundiger, Führer unentbehrlich, da es auf den ungeheuren Ebe-nen von Bnenos Ayres kein einziges Zeichen für sein ungeübtes Augegiebt, um sich in einer Gegend zurecht zu finden, auf der nichts, alsGras wächst, welches nur im Winter niedrig, in den übrigen Jah-reszeiten aber über 4 Fuß hoch ist. Bedenkt man ferner, daß häu-fig der raubgierige Tieger, im Grase versteckt, auf Beute lauert,und nur von dem scharfen Auge des Landbewohners in seinem Hin-terhalt« entdeckt wird, so hat man doch erst «inen kleinen Begriffvon den Beschwerden und Gefahren dieser endlosen Steppen. Wollteman ohne Begleitung von Eingeborenen reisen, welchen man sichmit der größten Zuversicht anvertrauen kann, da sie, ohne Kompaß,