Die PampaS mid, ihre Belvohncr. 193
dient, nnd besitze gegenwärtig eine große Hazienda, vierzig Stundenvon hier entfernt. Unterdessen hotte sich Don Jose uns wieder ge-nähert. Ich drückte ihm, in einigen Redensarten, welche die Be-wohner der Pampas gerne hören, meine Bewunderung über seineGeschicklichkeit im Reiten, und die Trefflichkeit seines Pferdes aus.Er begnügte sich zu lächeln, und fragte, wohin wir uns zubegeben gedachten. Als ich ihn von meinem Entschlüsse, über DonFernandos Wohnort nach Buenos Apres zurück zu kehren, benach-richtigte, drang er auf das freundschaftlichste in uns, ihn nach sei-ner Besitzung zu begleiten, und ich gestehe, daß ich diese Einladungmit großem Vergnügen annahm. Sobald Don Jose Maria unsereEinwilligung erhalten hatte, schickt« er nach unserer Lagcrstelle, undließ unser weniges Gepäck abholen. Wir beurlaubten uns bei DonPablo und seinen Freunden, und trafen sogleich Anstalten, Don Jose,der sich zum Aufbruche anschickte, folgen zu können. Vorher nahmenwir, gemeinschaftlich mit seinen Leuten, ein kräftiges Frühstück ein.Frische Pferde wurden vorgeführt und gesattelt, und nachdem eingroßer Becher mit Branntwein ein Paar Mal im Kreise umherge-gangen war, stiegen alle zu Pferd. Andere Gruppen schienen unse-rem Beispiele zu folgen. Die Gegend bedeckte sich mit galoppircndcnReitern, und ehe eine halbe Stunde vorüber war, befanden wir uns,scheinbar allein, auf der ungeheuern Grasebeue. Unsere ausgeruh-ten Pferde liefen so rasch, daß wir die erste Zeit nur einzelne W»rtewechseln konnten. Nachdem wir aber «in Paar Stunden auf dieseWeise zurückgelegt hatten, minderte sich ihr Feuer, und Don Joseeröffnete zuerst die Unterhaltung. Ich beantwortete die an mich ge-richteten, bescheidenen und verständigen Fragen mit Offenheit, undbezeugte ihm meine Verwunderung, einen Mann von seiner Bildung,als einen Gefährten der rohen Gauchas zu finden, und er ließ mein«Neugierde nicht lange unbefriedigt.
Don Jose Maria Priarte kam als Lieutenant mit seiner Trup-penabthcilung, unter General Morillo, welche zur Unterwerfung derPatrioten, unter Bolivar, bestimmt war, nach Südamerika. Für dieSache der Freiheit schon in seinem spanischen Vaterland« begeistert,focht er nur ungern gegen ein Volk, das, wie er bald begriff, nurzu lange die Fesseln despotischer Willkür getragen hatte. Einigefreie Aeußerungen darüber zogen ihm die Unzufriedenheit seiner Obern
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