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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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Die Insel Tristan d'Acunha.

die Seefahrer sahen sich oft genöthigt, das Hauptsegel niederzulassen,während die kleine Slopp sich mühsam durch die empörte Flut fvrt-arheitote. Am 6ten März wurden sie Tristan d'Aeunha ansichtig; «derdie widrigen Winde, die das Schiff dem Lande bald nahe brachten,bald es wieder auf die hohe See entführten, erlaubten erst nachdreiwöchentlichem Umherirren zwischen dieser Insel, der Unzugäng-lichen (tko Insccersiblv) und der Nachtigallinsel (NiKlitinAsIo ks-I»nck), auf der erster» anzulanden. Eines Tages es war derachtzehnte befanden sie sich wieder Tristan d'Acunha gegenüber,und steuerten mit günstigem Wind« auf die nur etwa 20 Meilenentfernte Insel zu; bereits erblickte» sie die Hütten; das Wetter warprächtig, das Meer spiegelglatt, wie ein Landsee; da brach plötzlicheiner der in diesen Gewässern so höchst gefährlichen Windstöße (TVil-lie») von den Bergen los, und obgleich am ganzen Horizont keinWölkchen sichtbar war, so hatte sich in einem Augenblick daS Meerin Massen von Schaum verwandelt, und wenig fehlte, wäre dasFahrzeug von unten nach oben gekehrt worden. Mit Sonnenunter-gang war Tristan d'Acunha wieder weit aus dem Gesicht, und siebrachten die Nacht an der kleinen Unzugänglichen zu. Endlich, am26sten, kam ein starker Westwind, und führt« sie gegen das Land.

Jin Norden der Insel springt eine lange, niedere, grüne Land-spitze ziemlich weit ins Meer vor; am Ende derselben erhebt sich einFlaggenstock, und just um diesen Punkt liegt eine kleine felsige Ein-fahrt, Falmvuth Bai genannt. Nicht lange, so gewahrten sie mehreHäuser, und auf einem derselben war die britische Flagge aufgepflanzt,eine willkommene Erscheinung für jeden Engländer! Sie hatten sichder Insel bis auf eine Meile genähert, als ein Boot vorn Ufer ab-stieß, mit einigen Ansiedlern an Bord, die höchst erfreut waren überihre Ankunft, da es so selten geschieht, daß ein Fremder ihre Küsteberührt. Von ihnen erfuhr Kapitän Amme, daß er mit vollkommenerSicherheit dasselbst vor Anker gehe» könne, so lange kein Nordwindwehe, daß er aber dann, so bald als möglich, das Weite suchenmüsse. Was die Stelle hauptsächlich gefährlich macht, ist das vordem Wind anschwellende Aufwogen der See. Vor nicht langer Zeitgieng hier das Kriegsschiff Julia fast mit der ganzen Mannschaft zuGrunde. Die Julia lag vor der Bai, die Nacht war völlig ruhig,als Morgens zwei Uhr schwere Wogen andrangen, und das Schiff