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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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Die Insel Tristan d'Acunha.

es vor, zu bleiben. White ein treffliches Muster von einem jun-gen, engländischen Seemann, in dem die Wärme des Gefühls, die dieseKlasse karakteristrt, und der tollkühne Muth sich mit fast kindlicherEinfalt verbanden hatte seine Frau als Dienstmägdchcn an Borddes Jndienfahrers kennen gelernt und in dem Elende, das die Gesell-schaft nach dem Schiffbruche betraf, war er ihr treuer Beschützer ge-wesen; Dankbarkeit hieß stc seine Neigung erwiedern und White undseine Peggy wurden das zweite verheirathete Paar auf der Insel.Niemand konnt« glücklicher sein, als diese beiden Leute.

Kühe, Ochsen, Schafe, Geflügel, Alles gedeiht bestens; nur ha-ben die Schweine einen unangenehmen Fischgeschmack, was davonherrührt, daß sie zu viel Aschensalz oder Seemvos fressen. Fischegiebt es an der Küste in Fülle und von verschiedenen Arten, darun-ter köstliche Barben. Als die ersten Ansiedler auf der Insel sich nie-derließen, brachten sie mehre Katzen mit; einig« derselben sind in'sInnere entwischt, und haben sich daselbst nun so vermehrt, daß sieein wahre Landplage geworden sind. Anfangs wuchs das Geflügelwild und das Klima begünstigte die Vermehrung so außerordentlich,daß man es in allen Gegenden der Insel in lleberfluß fand; seitEinführung der Katzen verschwinden die armen Bügel rasch. Ja diesewilden Katzen kommen der Niederlassung so nahe, daß sie selbst dasHausgeflügel angreifen. Diese Katze hat aste Eigenschaften des Haus-thiers verloren: sie ist wild und stark und der Maler war einmalAugenzeuge davon, wie sich eine gegen vier tüchtige Hunde einigeZeit wehrte, bis sie unterlag. An den Seiten der Berg« giebt eseine Menge Ziegen; aber sie sind so scheu und flüchtig, daß sie demJäger nur selten zu Schuß kommen.

Unmittelbar am Fuß dieser Berge, die fast senkrecht in die Höhesteigen, ist ein Streifen guten Landes, der sich allmählig gegen die Seehinabsenkt; von dem Strande selbst ist er durch einen jähen, 50 Fußhohen, Absturz getrennt, so daß man überall eine schöne, freie Aus-sicht auf den Ozean genießt. Dieser Landstrich zwischen dem Gebirgeund dem Strande, V» M. breit, und 5 bis 6 M. lang, ist beinaheeben, und mit Ausnahme der wenigen Morgen, welche die Ansiedlerurbar gemacht, mit dichtem Gestrüpp und kleinen, immergrünen Bäu-men bedeckt. Jede Art von Pflanze kömmt auf diesem Boden fort,insonderheit aber Potaten von der feinsten Sorte, daher sie denn