Buch 
Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
Entstehung
Seite
256
JPEG-Download
 

256

Die Insel Neu-Seeland.

selnd mit Olesträuch nnd Farrenkraut, so wie mit Pflanzungen von india-nischem Korn, Kumera'S und Potaten überbreitete Ebene. Eine MengeDörfer lag umher zerstreut, darunter eines, welches hier zu Landfür eine bedeutende Stadt galt; eS hieß Tv-a-mn, und der Malerverflchert, daß, was Schönheit der Lage und Fruchtbarkeit betreffe,ihm nirgends in der Welt ein Ort vorgekommen, mit welchem diesersich nicht meffen könne. Er vergleicht die Lage mit der Scenerieum Canterbury. Von einer Anhöhe auS gesehen, erschien daS LandMeilen weit wie ein schöner, grüner Garten; die Regelmäßigkeitder Reihen, in welchen die Eingeborenen ihren Mais anpflanzen, undihre Art den Boden zu bestellen, würde, wie er meint, den, besten,engländischen Landwirthe zur Ehre gereiche»; als einziger Fehler fielihm der Mangel an Umzäunungen auf, wodurch fle genöthigt sind,von der AuSsaat biS zur Aernte Wacbe zu stehen, damit die Schweineden Fleiß deS Ackerbaues nicht zerstöre». Sämmtliche Einwohnerbefanden sich bei ihren Feldgeschäften; sie stießen ein Bewillkom-mnngSgeschrei auS, als die Wanderer vorbei zogen, verließen aberdie Arbeit nicht, um sie zu empfangen. Nicht fern von dieser Stadtkamen sie in eine vulkanische Region, und mehre Meilen weit führteder Weg durch Asche und Lava, und an kleine» Hügeln vorbei mitKratern, wovon aber keiner mehr brannte. Diese Vulkane muffenschon seit vielen Menschenalterir erloschen sein; denn es war nichtdie geringste Spur von Tradition mehr vorbanden, daß sie einstFeuer gespieen. Auf die Lavaregion folgte ein von Flüffen durch-schnittenes Sumpfland. Nach einem höchst ermüdenden Marsche lang-ten sie endlich am späten Abend, im Angefichte des MeerS, an, wosie noch einmal bivouakiren mußten, und wo sie am folgenden Mor-gen von der Brigg, die hier nicht weit von der Küste lag, im Be-griff unter Segel zu gehen, definitiv Abschied nahmen.

Die Reisenden hatten sich jetzt förmlich unter KönigS Georg'SSchutz begeben, und in wenigen Tagen waren drei Häuser zu ihrerAufnahme in Bereitschaft gesetzt eines für sie selbst zum Wohnen,eines als Magazin, und ein drittes für ibre Diener. Bei dieserEinrichtung war für alle Bequemlichkeit gesorgt, die man überhauptauf Neu-Seeland erwarten konnt«. Allein bald sollte ihr vergnüg-licher Aufenthalt eine höchst unangenehme Störung erleiden. EineSMorgenS stürzte ein Diener mit der Nachricht in'S Zimmer, eine