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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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bongo und Mittel-Afrika.

dringe», und es stand ein ernsthafter Tumult zu befürchten. Ichmußte die grüßte Entschlossenheit zeigen, um einer unglücklichen Ka-tastrvfe vorzubeugen; ich empfahl meinen Leuten, meines Winkes ge-wärtig beisammen zu bleiben, sich aber ganz ruhig und still zu ver-halten."

Eine gute Weile schienen die beiden Mägdchen betroffen undin tiefes Nachdenken versunken zu sein. Sie sprachen keine Silbe,und Alles war in der gespanntesten Erwartung. Endlich erheitertensich ihre Züge, und fie erklärten, der Fremde sei ein Freund desGottes Nanqui; wcßhalb jedes Leid, das ihm zugefügt würde, aufdas Haupt des Urhebers zurückfallen werde."

Sämmtliche Einwohner der benachbarten Ortschaften hattensich bewaffnet bei dem Feste eingefunden, um auf der Stelle denAu-spruch des Gottes in Vollzug zu setzen, denn fie hatten gehofft,er werde meinen Tod befehlen; fie waren daher sehr unzufrieden mitdem Orakel, und gaben ihr Mißbehagen durch lautes Murren zuerkennen, besänftigten sich aber doch endlich, als sie meine Leute be-reit sahen, ihnen kräftigen Widerstand zu leisten."

Ein glücklicher Zufall hatte am Abende zuvor eine der Prieste»rinnen an meinem Zelte vorübergeführt. Meiner Gewohnheit nach,hatte ich ihr ein Geschenk gemacht, das in Glasperlen, einem StückHalstücher und einigen Ellen Bänder bestand; und wahrscheinlich wares diese zweckmäßige Freigebigkeit, die mir das Leben rettete. Seitich die Länder der unabhängigen Neger betreten, hatte ich stets dieVorsicht gebraucht, die Freundschaft der Diener der Götter zu ge-winnen, weil ich wohl wußte, daß ihr Schutz mir die wirksamstenDienste bei einem Volke leisten werd«, das in dem Schlamm« deskrassesten Aberglaubens versunken ist."

Durch die Freundschaftsverfichcrungen des Soba sorglos ge-macht, hatte ich mich ohne Mißtrauen, glücklicherweise aber nichtohne imponirende Begleitung, zu dem Feste begeben. Später er-fuhr ich, er habe, sobald ihm von meiner bevorstehenden AnkunftKunde geworden, alles vorbereitet, um mich zu opfern; und dasganze Gepränge des Festes sei bloß zu meiner Hinrichtung bestimmtgewesen. Man hatte sogar schon die Opferschaalen aus dem Tempelgeholt, in die mein Blut fließen sollte, und solche auf die Opfer-