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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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Congo und Mittel-Afrika.

faßt, holt er den Rath seiner Makota's ein, und befolgt denselben,wenn er ihn für nützlich halt."

Alle Bewohner des Landes, ohne Unterschied, sind den Ge-setzen unterworfen, und kein Adeliger oder Beamteter darf sich die ge-ringste Bedrückung gegen das Volk erlauben. Uebrigens kann Jedertäglich den Fürsten ungehindert sprechen, und ihm seine Klagen oderBeschwerden vorbringen."

Gegen das Ende meines Aufenthalts zu Kassanci, wollte derJaga, seines hohen Alters wegen, den Geistern seiner Vorfahren einfeierliches Opfer darbringen. Er harte den Zeitpunkt meiner Anwe-senheit dazu ausersehen, um mir einen hohen Begriff von dem Pompeund der Pracht beizubringen, womit dergleichen Festlichkeiten bei ihmbegangen werde». Er setzte einen Tag dazu fest, und ließ seine Ab-sicht im ganzen Lande bekannt machen. Von nah' und fern strömtenun «ine ungeheuere Menschenmasse der Hauptstadt zu. Alles warindessen dort in Bewegung; man errichtete auf einem öffentlichenPlatze ein großes Gerüst, und stellte die Bildnisse der Landesgötterdaneben; man schmückte die Götzentempel aus und brachte freiwilligeGaben herbei; kurz Jedermann war mit Vorbereitungen zum Festebeschäftigt."

Als der festgesetzte Tag herangekommen war, holte mich derJaga in festlichem Zuge ab. Durch die Erfahrung klug gemacht,ließ ich mich von meiner ganzen Leibwache und dem größten Theilemeiner Karavane begleiten. Wir begaben uns zuerst »ach dem Tem-pel des Donnergottes, der dem Jaga Heil und Segen verhieß,und ihm zu meiner Anwesenheit im Lande Glück wünschte. Nachdieser ersten Station geleiteten uns die Priester unter klingendemSpiele znhlreicber Musiker nach dem Tempel des Götzen Lianguli,welcher der Schutzgott des Landes ist. Die Leibwache des Jaga'swar vor diesem Tempel aufgestellt, wo er seinen ganzen Pomp zuentfalten begann. Vor dem Donncrgotte hatte er nämlich, der Sittegemäß, ohn« Wache und ohne Gefolge erscheinen müssen. Als eraber in den Tempel des Lianguli eingetreten war, ließ er sich voneinem seiner Makota's mit der Generalsuniform und dem Mantelbekleiden, die ich ihm zum Geschenke gemacht. Hierauf setzte er sichin einen verzierten Armsessel, mitten unter einer Menge reich geklei-