46
am alten Fischmarkte der Stadt Regensburg (D. 104), welchesjetzt Eigenthum des Malers Martin Schinhammer ist.
In einem unbekannten Zimmer dieses besonders im Innernnoch ganz das Gepräge des XVII. Jahrhundertes tragenden wohn-lichen Hauses, dessen Südseite ein bedeutend höheres Alter verräthund noch dem XIV. Jahrhunderte angehören dürste, dessen dreiStockwerke jeder drei Fenster hat, während das Erdgeschoß nur eines,der erste Stock aber einen Erker enthält, — ruhte der großeWeise Deutschlands erdcnmüde aus und gab — nach der Bemer-kung eines alten Ealendariums — ruhig und still, »zuletzt öftersnur deutend nach seinem Kopfe und dann nach dem Himmel« am15. November, als man schrieb das Jahr 1630 nach Christi Ge burt , im 59. Lebensjahre seinen großen Geist in die Hand seinesSchöpfers zurück.
Im Kirchenbuche ist sein Leichenbegängniß unter dem 17. No-vember 1630 mit den Worten verzeichnet: »Gehn Weyh: Peter:Herr Johann Khöppler, Jhro Kyl: Mt. Diener, der Zeit Beysitzerallhier seines Alters 60 Jahre.« *)
Die irdischen Reste des großen Gelehrten wurden aus dem nahenProtestantischen Kirchhofe zu St. Peter an den Außenwerken der StadtRegensburg beerdiget und im Jahre 18o8 auf des FürstprimasCarl Theodor von Dalberg's Veranstaltung ein Denkmal auf seinGrab gesetzt.
Nach seinem Tode machten seine Erben, namentlich sein SohnLudwig, Studiosus medicinae, verschiedene Geldansprüche an dieoberösterreichischen Stände und suchten dieselben auch gegen den Kai-ser noch die unberichtigten Forderungen des großen Astronomen gel-tend zu machen. **)
*) Beisitzer, eine Ehrenwürdc, wahrscheinlich wie etwa in unseren
Tagen die Beisitzer bei strafgcrichtlichen Verhandlungen.
**J Hierüber liegen mehrere Urkunden im landständischcn Archive zu Linz .