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Neü-herfürgegebene Kriegsarchitectur : welchergestalt die Vestungsgebäue auff unterschiedliche wohlpracticirliche Arten zue noch mehrer verstaerck und versicherung zubringen / in zuegehörige Figuren sambt umbständlicher Erklärung derselben verfasset durch Christoff Heideman
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Nun die auffreiſſung der principal linien dieſer Polwerckenbelangend/ were zwar ſolche aus denen Grundriſſen vnd profi-len zuſehen/ aber vmb noch deutlicherer nachrichtung willn kanfolgender bericht vernommen werden.

Nachdeme erſtlich(in Fig. 48.) die einfachen riſſe der Keellinien A C. vnd B. D. ſambt der Cortin C; wie auch die Elpau-len C. E. vnd D. G. ſambt denn Facen E. F. vnd G. I. verfertigt/ſo meſſe man von E. bis H. fuͤnff Ruthen fuͤr die lenge des Fluͤgels;bey welcher lenge es an allen Polwercken(ob ſchon die Elpaulenkuͤrtzer weren) beſtaͤndig zuverbleiben. Ferners meſſe man vondes benachbarten Polwercks ſpitz I. drey Ruthen hereinwerts bisin K. vnd ziehe durch die beyde Puncten K. vnd H. eine Linj/ diebis zum Punct L. raiche/ welcher Punct: wie auch die Linj L. M.40. Schuch weit von der Elpaule E. C. zuruͤckwerts ſtehe/ vnd diegedachte Linj mit der Elpaule parallel lauffe(wie dan dieſe Linjim profil Fig. gi. mit Lit. C. angezaigt iſt/ vnd den jnnern Fueßder Bruſtwehr derſelben Streiche bedeutet/ ſo vom aͤuſſern Fueßdes Fluͤgels A. 40. Schuch weit zuruck ſtehet) So wird alſo L H.die richtung des Fluges: oder die jnnere Wand deſſelben/ genennet(welche Wand von Maurwerck entweder perpendiculariter:oder mit gar weniger boͤſchung auffzufuͤhrn/ damit alſo die Streitchen: vnd ſonderlich die jenigen zunaͤhſt an der Flugels wand ſtehen-de Gſchuͤtze/ ſo von denn Italienern Traditori genennt/ nit al-lein von dem Fluͤgel: ſondern auch von dem benachbarten Poll-wercksſpitz bedeckt ſeyn moͤgen.) Hernach meſſe man von L. zueN. 6. Schuch/ ſodann von N. gegen O. eine Linj/ welche der Keel-lini A. C. parallel lauffe/ vnd der Punct O. 27. Schuch weitvon N; Alsdann von Ol eine Linj biß zue P; Welche Lin O. P.(als die Fueßlinj der Wahles Streiche/ ſo in dem vorgedachtenprofil Fig. gi. mit Lit. D. bemercket) der Eſpaule C. E. parallelſey/ Jedoch von b. bis Q. meſſe man ein Ruthe/ auch von P. bisR. ein halbe/ vnd ziehe die ſchraͤge Linti Q. K; Hinter dieſerſchraͤg⸗ gezogenen Linj werden alle die andere Linien der Waͤhlvnd Bruſtwehren der ſchraͤgen Wahlsſtreiche vnd Cavalliers,parallel gezogen/ wie im volligen Grundriß Fig. 49. zuſehen.Nun iſt noch die Lin S. T. zuziehen/ welche zwo Ruthen weit vonder Linj H. C. zuruck ſtehet(auch in mehrgeſagtem Profil 40 5mit