sie wenigstens das Verdienst an, den Nebel der Formelnin der philosophischen Bildung zu zertheilen, und dieCache und den Gedanken zu zwingen, daß sie selbst her-vortreten und der Beobachtung stehen. Neues zu findenist überhaupt nicht die Absicht; gerade das Uralte, derGlaube der Menschheit von Anbeginn ist das Wahre.Was der schlichte Sinn ewig als solches erkennt z. B.die Persönlichkeit, die Liebe Gottes, davon entfernensich mit Entschiedenheit und Bewußtseyn immer nur we-nige. Aber die übrigen, wiewohl sie es im allgemeinenzugestehen, werden ihm in der Anwendung untreu;weil der Reichthum der Beziehungen und die immer an-schwellende Masse ungenauer oder irriger Begriffe sieüberwältigen. Solche allgemein erkannte Wahrheit auchüberall geltend und wirksam zu machen, das ist das Ziel,zu dem der bezeichnete Weg führen soll. —
Nach dem Plane dieser Schrift erfüllt sie zwey Bände;der zweyte soll längstens in einem Jahre folgen. Dererste, der hier erscheint, enthalt die genetische Darstel-lung unseres rcchtsphilosophischcn Wissens bis aufden Ein-tritt der geschichtlichen Ansicht. Die Gründe dieser Dar-stellung und daher der Abtheilung sind theils hier, theilsin der Einleitung ausgeführt. Und wenn Ansichten her-eingezogen sind, welche nicht als Philosophie betrachtetzu werden pflegen, so wird dieses in der Ausführungselbst seine Rechtfertigung' finden. — Die Philosophieder neueren Zeit soll hier als eine große geistige Ent-wicklung erscheinen, in der jeder Schritt durch die vor-hergehenden mvtivirt ist, jeder Gedanke im Mittelpunktedurch alle Sphären dringt, und wie bey organischen Er-zeugnissen erst die Frucht aufklärt, wohin es im Keimeabgesehen war. Darum habe ich gewöhnlich schon beydem Beginne einer Richtung im voraus den Verlauf und