3- Abschn. Die Ansicht über die Entstehung des Rechts. 233
an sich Rechte und Nothwendige; er gebrauchte solches nurum das immer noch anerkannte Ziel der Staaten, die mili-tärische Stärke, seinen Spartanern zu verschaffen. Lutherselbst dürfte nach der Ansicht der Aufgeklärten nicht an Chri-stus und die Wunder geglaubt haben; seine Anerkennung desEvangeliums war nur ein Mittel, um für die Aufklärung, diedamals noch nicht von Grund aus eingeführt werden konnte,den ersten Anstoß geben zu können. In Rücksicht auf diewirkliche Entstehung der Begebenheiten ist daher auch die obenbezeichnete pragmatische Uebertreibung, die gar nichts um seinselbst willen bestehen läßt, die allgemeine Vorstellung; dennnur durch sie können die geschichtlichen Erscheinungen von die-sem Standpunkte aus erklärt werden. Man konnte sich dieEntstehung der homerischen Gesänge nicht anders begreiflichmachen, als daß man irgend einen moralischen Zweck, irgendeine nützliche Lehre, welche durch sie bewiesen werden sollten,dem Dichter unterlegte. Dieß thun anerkannte Geschichtschrei-ber. Daher kömmt es, daß selbst M ontesgnieu bey seinerreichen historischen Kenntniß, so richtig er die Folgen der Ge-setze beobachtet, oft eben so unrichtig über ihre Entstchungs-gründe urtheilt. Auch er nämlich giebt sich nicht der unbe-fangenen Anschauung hin, wie ein Motiv und Ziel, das dieMenschen ohne daß sie es gcwäblt haben beherrscht, die Ein-richtungen hervorbringt; alles soll nur als Mittel für das oderjenes mit bewußter Wahl ergriffen worden seyn. Die ur-sprünglich germanische Triebfeder der Ehre, die mit den älte-sten Rcchtsansichtcn zusammen!,äugenden Familien - Fideiko-miffe behandelt er, als seyen sie um die Monarchie zu erhal-ten eingeführt, die Unverletzlichkcit des Königs in England alsMittel'für jenen Staatsmechanismus, die besondere Kammer