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1 (1830) Die Genesis der gegenwärtigen Rechtsphilosophie
Entstehung
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251
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1 . Kap. Das System Schcllings. L51

würde. Nun erst kömmt zu dem Reellen der That ( desSubjekts) noch das Reelle ihres Produkts (des Objekts)hinzu. Fichte hatte das todte Objekt nur aufgehoben, hiererst ist es selbst lebendig gemacht ^). Die Schöpfung hat nunnicht mehr das menschliche Individuum zu ihrem Mittelpunkt,wie nicht mehr zu ihrem Urheber; die Rücksicht auf das Ver-hältniß der Dinge zu mir (ich stelle mir zuerst Menschengegenüber, dann Sachen, dann einen Leib u. s. w.) wirdabgeworfen. Die Urkraft der Schöpfung selbst ist der Mit-telpunkt; wie sie auf reelle Weise, also nach ihren eigenenBedingungen, wirkt, muß zugesehen, es müssen Natur undGeschichte in ihrem Zusammenhang, in ihrer Zeit undStufenfolge aufgefaßt, aus unsern leeren Vernunftkatc-goricn die Dinge zu erklären, muß aufgegeben werden. ?)So ist es der Philosophie möglich gemacht, wieder den gan-zen Reichthum und die Lebendigkeit der Schöpfung in sichaufzunehmen. Dieß ist die Objektivität des Schclling'schcnSystems, mit der auch, so weit sie die Behandlung leitet,der Nationalismus aufgehört hat. Mit ihr hört aber auchdie pragmatische Ansicht auf. Die Welt, die Natur ist nunkein Gegensatz mehr gegen die Vernunft. Statt der beydenHerrscher, dem blinden Zufall und dem vernünftigen Men-schen hat die Geschichte nun einen einzigen Herrscher, derkeiner von diesen beyden ist, die Macht des Absoluten undseine Evolution. Wenn die Ereignisse nothwendig zum Welt-prozesse gehören, so können sie nicht das Werk menschlicher

«) Ueber das WeseU der menschlichen Freyheit S. 420.

V) Darlegung des wahren Verhältnisses der Naturphilosophie zuder verbesserten Fichte'schen Lehre S. 35..