Kryptogamen.
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die marinen Diatomeen noch von Gehäusen kalkabscheidender Polythalamienoder Foraminiferen begleitet. Zu Oran kommen darin auch Fische vor (Alosaelongata Ag.).
Diatomeen scheinen zu den ältesten Bewohnern der Gewässer zu gehören,sind aber in den älteren Formationen nur selten zu deutlicher fossiler Erhaltunggelangt. Es scheint namentlich, dass in kalkigen Ablagerungen ihre Kieselpanzerdurch alkalische Einwirkung oft rasch wieder aufgelöst wurden. In Hornsteinenund Feuersteinen erhielten sie sich hin und wieder deutlich.
In verschiedenen Hornstein -Knollen der silurischen und devonischen Forma-tion ergaben sich unter dem Mikroskop mehrere Arten von Diatomeen in Be-gleitung von Spongien-Nadeln u. dergl.
Arten einer besonderen Diatomeen-Gattung Bactryllium fand Escher in ver-schiedenen triasischen Meeresablagerungen der Alpen, sie erreichen ungewöhnlicheGrösse und sind schon mit blossem Auge erkennbar.
In der oberen Kreide-Formation hat Ehrenberg eine grössere Anzahl vonDiatomeen nachgewiesen, namentlich in Feuersteinen eine Pyxidicula- Art.
Die Zahl der Diatomeen-Gattungen ist durch Ehrenberg’s anhaltende Arbeitauf einen hohen Grad gestiegen.
Eine der am meisten in die Augen fallenden ist die Gattung Navicula (Farn.Naviculaceae). Sie begreift einzeln lebende und frei schwimmende, gewöhnlich sehrlebhaft bewegliche Diatomeen von genau symmetrischer Form. Die Zellen habendie Gestalt von geraden Querschnitten eines regelmässigen seitlich stark zu-sammengedrückten Cylinders. Die Hauptseite (der Cylinderquerschnitt) ist baldmehr lanzettlich, bald mehr elliptisch, er zeigt einen Centralknoten und zweiEndknoten. Die Oberfläche ist glatt oder zeigt nur zarte Querstreifung. Vonder flachgedrückten Seite aus gesehen erscheint die Zelle bandförmig mit abge-rundeten Ecken. Die Navicula- Arten sind häufig in süssem Wasser, in Teichenund Sümpfen, Bächen und Flüssen. Letztere führen ihre Panzer dem Meere zu,wo auch noch andere Arten derselben Gattung leben. Die grössten dieser Artenwerden ^ bis ^ Linie (0,11 bis 0,15 Millim.) lang. Mehrere Arten kommenin mitteltertiären Schichten vor.
Melosira oder Gallionella (Fam. Melosireae) besteht aus fadenförmigen Zellen-Ketten mit walzenförmigen Einzel-Zellen. Hauptseite oder Cylinderquerschnittkreisrund, etwas gewölbt. Melosira oder Gallionella distans, ^ Linie (0,01 Millim.)gross, ist eine in stehendem Süsswasser häufige Art und setzt den mitteltertiärenPolirschiefer von Bilin in Böhmen zu zahllosen Millionen fast für sich allein zu-sammen.
Pyxidicula (Fam. Melosireae) hat ähnliche, aber schon mehr scheibenförmigeEinzel-Zellen mit kreisrunder Theilungsfläche. Der Panzer trägt zahlreiche kleinein regelmässigen Kreisen geordnete Wärzchen. Arten im Süsswasser und imMeere. P. prisca Ehr. kommt in Feuersteinen der Kreide vor, ist der lebendenP. operculata ganz ähnlich und inie (o, n Millim.) gross.
Coscinodiscus (Fam. Melosireae) begreift noch flachere kreisrunde Scheiben,deren Hauptseite eine sehr zierliche vom Mittelpunkte ausstrahlende Gitterung(in zarten Sechsecken) zeigt. Die Coscinodisken leben in Brackwasser und imMeer. Sie finden sich häufig mit Globigerinen im Tiefseeschlamm des atlantischenMeeres. Sie erreichen bisLinie (0,11 Millim.) Durchmesser. Fossil erscheinen• die Coscinodisken häufig in tertiären Meeresdiatomeen-Ablagerungen, z. B. zu Cal-tanisetta in Sicilien , Oran in Algerien , Richmond in Virginien und an anderen Orten.
Kenngott, Min., Geol, u. Pal. II.
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