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Zweiter Band.
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Mineralogie, Geologie und Palaeontologie.

durch die Erschütterung der Atmosphäre in Folge der schnellen Bewegung oderdurch elektrische Entladung; die einzelnen Steine sind nicht Bruchstücke einesgrösseren, sondern einzelne kleine Aerolithen, die gruppenweise in unsereAtmosphäre gelangen; die schwarze Rinde ist nicht atmosphärischen Ursprunges,sondern war schon fertig gebildet, als die Meteoriten unsere Atmosphäre be-rührten.

In Betreff der sogen. Schmelzrinde, welche nach W. Haidinger innerhalbder Atmosphäre entsteht, ist besonders noch zu bemerken, dass nach desselbengenauer Beobachtung sich an manchen Meteoriten aus der Anordnung der feinenSchmelzrinde und aus der Lage der schaumigen Zone erkennen lässt, welcheSeite des Meteoriten beim Fluge durch die Atmosphäre nach vorn und welchenach rückwärts gerichtet war, wonach er die Brust- und Rückenseite desselbenunterschied.

Aus Allem ergiebt sich, dass die höchst interessanten Meteoriten noch ge-nügend Stoff zu wissenschaftlichen Forschungen bieten, nachdem die bisherigenseit Chladni zur richtigen Beurtheilung schon sehr viel beigetragen haben.

Myriapoden

von

Dr. Fr. Rolle.

Die Myriapoden oder Tausendfüsse, (Myriapoda), sind gleich den mitihnen zugleich in der Steinkohlenformation bereits hervortauchenden Classen derArachniden und Insecten als Abkömmlinge unbekannter älterer Crustaceen (vomTypus der Zo'ea- Larve) zu betrachten, ihre documentirte geologische Geschichteaber beginnt erst mit Xylobius Sigillariae Dawson aus der Steinkohlenformationvon Neuschottland (Nova Scotia ), einem ausgebildeten Vertreter der Ordnung,der den heutigen Juliden sich schon nahe anschliesst.

Die Myriapoden stehen den Insecten entschieden näher als die Arachniden.Ihr ältester Ursprung ist zwar räthselhaft, dürfte aber mit dem der Insecten vongemeinsamer Wurzel ausgehen. Hierauf deutet wenigstens die Entwicklungsge-schichte der heute noch lebenden Tausendfüsse. Ihr Embryo hat nämlich zuAnfang erst drei Paar Beine, ist also insectenartig. Die übrigen Beinpaare ent-wickeln sich an den Stück für Stück nachwuchernden Hinterleibsringen erst nachdem Ausschlüpfen.

Die heute lebenden Taussendftisse, mit denen auch die fossil vorkommendenFormen sehr nahe bereits Übereinkommen, sind Tracheaten, luftathmende Land-bewohner mit zwei Fühlern, die an der Vorderseite des Kopfes stehen, mit zahl-reichen Beinpaaren, mindestens 7, bei einigen Gattungen bis 90 und darüber.Ihr Körper ist in zahlreiche, untereinander sehr gleichförmige Ringe oder Segmentegetheilt, deren jeder ein oder zwei Beinpaare trägt ein Paar bei den Scolo-pendern, zwei Paare bei den Juliden. Thorax und Abdomen sind nur geringvon einander verschieden. Dieser Körperbau ergiebt eine gewisse Analogie mitRingelwürmern, die aber nur äusserlich ist doch kann bei dürftig erhaltenenfossilen Funden diese Aehnlichkeit schon täuschen. Sie stellen auch eine denIsopoden oder Asseln sehr analoge Ordnung dar, aber sie athmen durch Luft-röhren, nicht durch Kiemen, gehen auch in der geologischen Zeitfolge denAsseln weit voiaus. Kopf und Mundbildung weist ihnen vielmehr ihre Stellung