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Dritter Band.
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Mineralogie, Geologie und Palaeontologie.

und dazwischen ein kleines rundes Scheitelloch. In dev vorderen Hälfte trifftman die Augenhöhlen. Der Condylus des Hinterhauptes ist einfach. VereinzeltePflasterzähne, auch wohl Schädelbruchstücke von Placodus-hxten sind nicht seltenim Muschelkalk, besonders zu Baireuth.

Die Ordnung der Plesiosaurier, Plesiosauria, begreift flossenflissige Sauriermit einem meistens langen, schlangenartig ausgestreckten Hals und einem kurzenetwas abgestutzten Kopf, an dem der Zwischenkiefer stark entwickelt ist. DerRumpf ist kurz und dick, der Schwanz kurz und stielförmig. Der Hals ist un-gewöhnlich lang und war sehr beweglich. Halswirbel 2040. Die Kiefern sindmit langen, schlanken, gestreiften, kegeligen Zähnen besetzt. Sie sind von un-gleicher Länge, einige stellen vorstehende Fangzähne dar, besonders in demvorn etwas verbreiterten Unterkiefer. Sie sind fein gestreift. Jeder sitzt in einereigenen Alveole. Die Ruderflossen sind schlankgestreckt und fünffingerig. DiePlesiosaurier schliessen sich zunächst den der Trias angehörigen Simosauriernan, unterscheiden sich aber von ihnen durch kleinere Schläfengruben, grössereZwischenkiefer u. s. w.

Die Hauptgattung ist Plesiosaurus mit langhalsigen und kurzköpfigen Arten.

Die Plesiosauren stellen sich im unteren Lias von England (bes. zu Lyme Regis ) ein und erscheinen hier in vollständigen Skeletten erhalten. Das erstefand man um d. J. 1822. Sie erreichen 3 Meter Länge und darüber, angeblichbis 9 Meter. Sie erloschen in der oberen Kreide.

Ein eigenthümlicher Ausläufer der Plesiosauren-Gruppe ist Pliosaurits ausdem oberen Jura (Kimmeridge-Stufe) von England. Es ist ein kurzhalsigerPlesiosaurier von der gedrungenen Halsbildung der Ichthyosauren aber inallen andern anatomischen Charakteren mit den Plesiosauren zunächst verwandt also ein Plesiosaure, der die äussere Gestalt der Ichthyosauren angenommenhat. Die Halswirbel sind etwa 12 und sehr flach gedrückt. Die Zähne sindverhältnissmässig dicker als bei den Plesiosauren. Pliosaurus soll 13 Meter Längeerreicht haben.

Rhizopoden

von

Dr. Friedr. Rolle.

Es ist leicht, von einer gewissen Stufe der Lebewesen an und dann beiallen höher entwickelten Pflanzen- und Thierformen die Grenze von Pflanzen-reich und Thierreich zu erkennen und durchzuführen. Körpergestalt undbesondere Organisation, chemische Zusammensetzung einzelner Bestandtheile,Besitz oder Mangel des Vermögens willkührlicher Bewegung entscheidenalsdann mit immer wachsender Bestimmtheit.

Aber je mehr wir zu den nieder organisirten, dürftig ausgestatteten Anfangs-formen beider Reiche, den Protisten oder Protozoen absteigen, um so mehrverschwinden die entscheidenden Merkmale und es wird namentlich auch dieUnterscheidung willkührlicher Bewegungen von unwillktihrlichen (aus diosmoti-schen Vorgängen u. dergl. erfolgenden) immer misslicher. Schliesslich gelangtman im Absteigen zu den niedersten Anfangs-Formen der Lebewelt, einer vielge-staltigen Menge von meist mikroskopisch kleinen Lebewesen, die weder charak-terisirte Pflanzen noch Thiere sind und über deren Stellung im zoologisch-botanischen System seit Jahren die Meinungen der Forscher getheilt waren oder