Buch 
10 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Sobiesky, Münich, Friedrich dem Grossen und dem Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
35
JPEG-Download
 

35

erhaltenen Trophäen. Eben so war cö den Östretchernnicht eigentlich um eine Schlacht zu thun; sie rückten nichtin der besiimmten Absicht vor, die feindlichen Armee auf-zusuchen und anzugreifen/ weil ihnen der Sieg ein Be-dürfniß war; sondern sie hatten von ihrem Hofe den Be-fehl/ etwas zu unternehmen/ und in allen Fällen war esmehr auf ein Zurückmanövriren und Landgewinnen, alsauf einen eigentlichen Steg abgesehen. Sie schlugen alsobloS/ weil eine Schlacht ihrem Zwecke nicht grade entge-gen war und der König ihnen so schnell auf dm Leibrückte/ daß sie sie nicht gut vermeiden konnten.

§. 7 .

Feldrugsplärie Friedrich des Großen in den ersten schlcsi-schen Kriegen.

Die strategischen Pläne Friedrich des Großen inseinen vier ersten Feldzügen schließen sich sehr einfach anseine politischen Plane an. Im Jahre 1741 wollte erSchlesien erobern und dann vertheidigen und nichts mehr.Dies ging so weit/ daß er sich mit den Engländern ineine geheime Convention einließ/ vermittelst welcher dieVertheidigung von Neiße nur zum Schein geführt wurde.Aber der König sah/ daß er den Frieden noch nicht er-halten konnte; er konnte also der Alliirten nicht entbehren;neue Aussichten/ ein Stück von Böhmen dazu zu erobern,zeigten sich; konnte er es nicht behalten, so war es immergut zur Herausgabe, um damit die Abtretung Schlesienszu erkaufen. Er beschloß also in dem Feldzuge von 1742zum Entsatz der in Linz belagerten Armee des Herrn vonSegur mitzuwirken und durch eine Unternehmung durchMahren gegen die östreichische Grenze eine Diversion zumachen, während er sich dadurch zugleich Mährens bemäch-

3 *