dahinzog; ist wie ein Spiel der Willkühr und des Übrr-muthes betrachtet worden (Lloyd/ Retzow, Gaudi), es giebtkeinen schlagenderen Beweis von den verworrenen Vorstel-lungen der frühern Theoretiker. Der König schloß denPrinzen Carl in Prag ei«/ und sandte eine ObservationS-armee ab/ um den herangerückten Daun zu beobachten.Die preußische Armee mochte etwa 80,000 Mann starksein, 60/000 blieben vor Prag und 20,000 gingen ge-gen Daun. Dieser Zustand dauerte fünf Wochen unddie Wahrscheinlichkeit des Erfolges stieg also mit jedemTage. Als Daun bis auf 60,000 Mann verstärkt vor-rückte, nahm Friedrich der Große noch 10- bis 12,000Mann, und beschloß ihn mit den 62,000 Mann anzu-greifen. Alles dies ist so natürlich, so schnurstrakö auf denZweck gerichtet, daß eö vollkommen den kräftigsten Unter-nehmungen der neuen Kriege gleicht.
Friedrich der Große glaubt Daun mit 32,000 Mannschlagen zu können, vielleicht hielt er ihn für nicht so stark,wie er war (60,000 nach andern 66,000), aber verzeihlichist es doch, wenn ein Feldherr, der schon sechs Schlachtengewonnen, und noch keine verloren hat, der immer (mitAusnahme von Prag) der bedeutend schwächere gewesenist, zu einer Zeit, wo eö noch nicht in dem Maaße wiejetzt auf das Verhältniß der Zahl ankam, und unter Um-ständen die ihm nichts anders zu thun übrig ließen, aufeinen Sieg dabei rechnet. Wie wir die Verhältnisse jetztübersehen und bei dem jetzigen Stand der Theorie könnteman höchstens sagen, er hätte Daun noch um einen Marschnäher an Prag herankommen lassen, und dann von der Ein-schließungöarmee noch 10,000 Mann mehr entnehmen sollen.Alsdann würden noch an 40,000 Mann vor Prag geblie-ben sein und da die Östreicher höchstwahrscheinlich versucht