69
und konnte damit im schlesischen Gebirge sich halten, weiler nur etwa 15,000 Mann unter Ziethen gegen sich hatte.Wirklich blieb er bis Ende des Monats, also über dreiWochen noch in Schlesien und zog erst ab als Breölaugefallen war und er einsah, daß er die Winterquartiere inSchlesien nicht nehmen konnte. Hätte Breölau sich denWinter hindurch halten können, so würde der Prinz Carlseine Winterquartiere höchst wahrscheinlich in Schlesien ge-nommen haben, und der Vortheil, den der König von derSchlacht hatte, würde nur darin bestanden haben, gleich-falls seine Winterquartiere in Schlesien nehmen zu können.Daß der König einen so großen Sieg nicht zur unmittel-baren Vertreibung der Östreicher benutzen konnte, lag inseiner Schwache; er mußte doch etwas vor Liegnitz undBreölau lassen und dann blieb ihm'in der That wenigübrig; ein Folgen der Östreicher mit stärkerer Macht undfolglich mit mehr Nachdruck wie Ziethen anwenden konnte,würde sie freilich verhindert haben, mit einem Bogen dieGegend von Schweidnitz und Landshut wieder zu erreichen,aber es blieb ihnen der Weg nach Ober-Schlesien. Vonder andern Seite war mit Breölau keine Zeit zu verlie-ren, wenn der heranrückende Winter nicht die Belagerungunmöglich machen sollte. Der Besitz von Breölau waraber eine große Hauptsache wegen Herstellung der Armee,die ja bis 30,000 Mann herunter geschwunden war. WelcheMasse von Geschütz fand er nicht allein in Breölau!
§. 27.
Die Schlacht von Iägerndorf mit ihren Folgen.
Wie charakteristisch für die Zeit ist der Feldzug derRussen uud Preußen. Mit 60,000 Mann gehen die cr-stcren vor, treffen auf eine Armee von etwa 25,000 Mann