Buch 
10 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Sobiesky, Münich, Friedrich dem Grossen und dem Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
179
JPEG-Download
 

179

Vorbereitung und ein Paar Tage Zeit unternehmen/ unddiese ließ ihm der König nicht. Endlich entschloß er sich/gedrängt durch die Verhältnisse/ einen Stoß blindlings undauf gut Glück zu thun/ und dieser mißlang, und benahmihm ganz die Lust zu einem zweiten. Diese Manövreö zei-gen, wie der Grundsatz, alles mit der höchsten Vorsicht zuthun, und so wenig als möglich auf das Spiel zu setzen,in eine ganze Reihe von Schwierigkeiten verwickeln kann,die dann auch wirklich das Handeln unmöglich machen.Jede neue Sicherheit, auf welche man bedacht ist, wird einkleines Gegengewicht in der Maschine, deren Gang amEnde in ihrer eignen Friktion erstickt, und so entsteht danndiese Unwirksamkeit überlegener Kräfte, über welche dieWelt, die nur einen Gesammtblick auf die Sache wirft,in Erstaunen geräth.

Die Manövreö dieses Fcldzugs zerfallen übrigens invier verschiedene Momente.

Die beiden ersten sind die beiden Märsche, welche derKönig nach Schlesien antrat, die viel Ähnlichkeit mit ein-ander haben, und wovon er den ersten nur bis Bautzenausführte. Gewöhnlich werden sie so gedacht, als ob derKönig sich zwischen Dann und Lascy auf derselben Straßebefunden hätte, welches doch unrichtig ist. Der Könighatte nur die Marschhöhe zwischen beiden, aber auf einer nörd-lichern Straße, oder vielmehr auf Nebenwegen. Daß einsolcher Marsch mit einer beträchtlichen Armee und sehrzahlreichem Fuhrwerk in großer Nähe des Feindes, undbei der Überlegenheit desselben, immer in Gefahr, einen dervielen kleinen Flüsse, über welche der Weg ging, gesperrtzu sehen, — große Schwierigkeiten hat, ist leicht zu be-greifen; und deswegen sind diese beiden Märsche mit Rechtals Meisterstücke angesehen worden.

12 *