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Die preußische Armee war in Divisionen (hier Angriffs-kolonnen genannt) die aus allen Waffen bestanden, auf-gelöst; d. h. diese Divisionen bildeten nicht einen zusam-menhangenden Aufmarsch, sondern getrennte Angriffe. DieAbsicht war, das auf eine bequemere und vollständigereWeise zu erreichen, was Friedrich der Große mit seinerschiefen Schlachtordnung gesucht hat; nämlich den einenfeindlichen Flügel (hier den rechten) verhaltnißmäßig mitwenig Truppen zu beschäftigen, den andern dafür mitstärkerer Macht anzufallen und zu umgehn. Die mitWald bedeckte Front der feindlichen Stellung begünstigtedie Wirkung dieser Disposition ungemein.
2. Nicht weniger merkwürdig ist diese Schlacht durchdie verwickelte, man kann wohl sagen verworrene, Dispo-sition des Prinzen Heinrich, wodurch die Truppen derverschiedenen Kolonnen in Rücksicht auf den höher« Be-fehlshaber, welchem sie zu gehorchen hatten, so in einandergeschlungen waren, daß wenigstens jetzt der Leser durchausnicht mehr weiß, unter welchem Befehl diese oder jeneAbtheilung eigentlich stand. Überhaupt ist die Verwendungder Truppen nichts weniger als musterhaft, denn obgleichder Prinz Heinrich um ein Drittheil schwächer war, alssein Gegner, so ist doch der General Forcade mit 7 Ba-taillonen und 400 Pferden fast ganz müßig und dasÜbrige so zerstückelt, daß die durchdringende Kolonne un-ter Seidlitz und Kleist nur aus 8 Bataillonen und25 Schwadronen bestand. Wenn es dem Prinzen Hein-rich dennoch gelang, den Gegner zu überwältigen, so kannman das nur theils den Fehlern der Aufstellung desselben,theils der weniger entschlossenen Führung seiner Truppenzuschreiben.