Band 
Erster Theil.
Seite
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Sechstes Kapitel.

Nachrichten im Kriege.

Mit dem Worte Nachrichten bezeichnen wir die ganzeKenntniß, welche man von dem Feinde und seinem Lande hat,also die Grundlage aller eigenen Ideen und Handlungen.Man betrachte einmal die Natur dieser Grundlage, ihre. Unzuverläsfigkeit und Wandelbarkeit, und man wird balddas Gefühl haben, wie gefährlich das Gebäude des Krie-ges ist, wie leicht es zusammenstürzen und uns unter sei-nen Trümmern begraben kann. — Denn, daß man nursichern Nachrichten trauen solle, daß man das Mißtrauennie von sich lassen müsse, steht wohl in allen Büchern, istaber ein elender Büchertrost, und gehört zu der Weisheit,zu welcher System-und Kompendienschreiber, in Ermange-lung von etwas Besserem, ihre Aussucht nehmen.

Ein großer Theil der Nachrichten, die man im Kriegebekömmt, ist widersprechend, ein noch größerer ist falsch,und bei weitem der größte einer ziemlichen Ungewißheitunterworfen. Was man hier vom Offizier fordern kann,ist ein gewisses Unterscheiden, was nur Sach- und Men-schenkenntniß, und Urtheil geben können. Das Gesetz desWahrscheinlichen muß ihn leiten. Diese Schwierigkeit istnicht unbedeutend bei den ersten Entwürfen, die auf demZimmer und noch außer der eigentlichen Kriegssphäre ge-macht werden, aber unendlich größer ist sie da, wo, imGetümmel des Krieges selbst, eine Nachricht die anderedrängt; ein Glück noch, wenn fie, einander widersprechend,ein gewisses Gleichgewicht erzeugen, und die Kritik selbstherausfordern. Viel schlimmer für den Nichtgeprüftcn,