102
Kampf selbst; sie ist nur die Vorbereitung zum Kampf,nicht die Führung desselben. Daß Bewaffnung und Aus-rüstung nicht wesentlich zum Begriff des Kampfes gehö-ren, ist klar, denn bloßes Ringen ist auch Kämpfen.
Der Kampf hat die Einrichtung der Waffen und derAusmstung bestimmt, und diese modifiziren den Kampf;es ist also Wechselwirkung zwischen beiden.
Aber der Kampf selbst bleibt darum doch eine ganzeigenthümliche Thätigkeit, uud das um so mehr, als ersich in einem ganz eigenthümlichen Elemente, nämlich indem Elemente der Gefahr bewegt.
Ist also je irgendwo eine Trennung verschiedenartigerThätigkeiten nothwendig, so ist es hier, und wir brauchen,um die praktische Wichtigkeit dieses Gedankens durch-schauen zu lassen, nur leise daran zu erinnern, wie oft dietüchtigste Persönlichkeit in dem einen Felde als die un-brauchbarste Pedanterie in dem andern erschienen ist.
Es ist auch kcinesweges schwer, in der Betrachtungdie eine Thätigkeit von der andern zu trennen, wenn mandie bewaffnete und ausgerüstete Streitkraft als gegebeneMittel betrachtet, von denen man, um sie zweckmäßig zugebrauchen, Nichts zu kennen braucht als ihre Hauptre-sultate.
Die Kriegskunst, im eigentlichen Sinne, wird also dieKunst sein, sich der gegebenen Mittel im Kampf zu be-dienen, und wir können sie nicht besser als mit dem Na-men der Kriegführung bezeichnen. Dagegen werden al-lerdings zur Kriegskunst, im weitem Sinne, auch alle Thä-tigkeiten gehören, die um des Krieges willen da sind, alsodie ganze Schöpfung der Strcitkräfte, d. i. Aushebung,Bewaffnung, Ausrüstung und Übung.
Es ist für die Realität einer Theorie höchst wesentlich,