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In dem von uns berührten Beispiel aus dem Feld-zug von 1796 würden wir sagen: Vonaparte sah denWeg, welchen er einschlug/ als den sichersten an/ die Öst-reicher zu schlagen; wäre er das auch gewesen/ so wardoch der Zweck/ welcher dadurch erreicht wurde/ ein leererWaffenruhm, der auf den Fall von Mantua kaum einenmerklichen Einfluß haben konnte. Der Weg/ welchen wireinschlagen/ war in unseren Augen viel sicherer um denEntsatz zu verhindern; aber wenn wir auch in demSinn des französischen Feldherrn ihn nicht dafür betrach-ten, sondern die Sicherheit des Erfolges als geringer an-sehen wollten, so würde die Frage darauf zurückgeführtsein: daß in dem einen Falle ein mehr wahrscheinlicher,aber fast unbrauchbarer, also sehr geringer; in dem andernein nicht ganz wahrscheinlicher, aber viel größerer Erfolgin die Waagschaale zu legen war. Stellt man die Sacheauf diese Weist, so hätte die Kühnheit sich für die zweiteLösung erklären müssen, was, die Sache oberflächlich be-trachtet, gerade umgekehrt war. Bonaparte hatte gewißnicht die weniger kühne Absicht, und es ist nicht zu bezwei-feln, daß er sich die Natur des Falles nicht bis zu demGrade deutlich gemacht, und die Folgen so übersehen hat,wie wir sie aus der Erfahrung kennen gelernt haben.
Daß die Kritik sich bei der Betrachtung der Mitteloft auf die Kriegsgeschichte berufen muß, ist natürlich,denn in der Kriegskunst ist die Erfahrung mehr werth alsalle philosophische Wahrheit. Aber dieser geschichtliche Be-weis hat freilich seine eigenen Bedingungen, deren wir ineinem besondern Kapitel erwähnen werden, und leider sinddiese Bedingungen so selten erfüllt, daß die historische Be-zugnahme meistens nur dazu beiträgt, die Verwirrung derBegriffe noch größer zu machen.