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muß sie im Nachtheil sein; das sind aber schon die selte-nen Falle. In der ganzen Schaar der Vorsichtigen be-findet sich eine ansehnliche Majorität/ die eö aus Furcht-samkeit isi.
In dem großen Haufen ist die Kühnheit eine Kraft,deren vorzügliche Ausbildung nie zum Nachtheil andererKräfte gereichen kann, weil der große Haufen durch dieRahmen und Gcfüge der Schlachtordnung und des Dien-stes an einen höheren Willen gebunden, und also vonfremder Einsicht geleitet wird. Hier bleibt die Kühnheitnur die zum Losschnellen immer gespannte Federkraft.
Je höher wir unter den Führern hinaufsteigen, jenothwendiger wird es, daß der Kühnheit ein überlegenderGeist zur Seite trete, daß sie nicht zwecklos, nicht ein blin-der Stoß der Leidenschaft sei; denn immer weniger betrifftes die eigene Aufopferung, immer mehr knüpft sich dieErhaltung Anderer, und die Wohlfahrt eines großen Gan-zen daran. Was also bei dem großen Haufen die zurzweiten Natur gewordene Dienstordnung regelt, das mußin dem Führer die Überlegung regeln, und hier kann dieKühnheit einer einzelnen Handlung schon leicht zum Fehlerwerden. Aber dennoch bleibt es ein schöner Fehler, dernicht angesehen werden muß wie jeder andere. Wohl demHeere, wo sich eine unzeitige Kühnheit häufig zeigt; es istein üppiger Auswuchs, aber der Zeuge eines kräftigen Bo-dens. Selbst die Tollkühnheit, d. h. die Kühnheit ohneallen Zweck, ist nicht mit Geringschätzung anzusehen; imGrunde ist es dieselbe Kraft des Gemüths, nur ohne allesZuthun des Geistes, in einer Art Leidenschaft ausgeübt.Nur wo die Kühnheit sich gegen den Gehorsam auflehnt,wo sie einen ausgesprochenen höheren Willen geringschätzendverläßt: da muß sie, nicht um ihrer selbst Willen, sondern