Band 
Erster Theil.
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zur Verfolgung seines Ziels zwischen großen GefahrenAngetrieben, um anderen, eben so großen Gefahren zu ent-gehen: so kann man nur noch die Entschlossenheit bcwun-dern? die aber auch noch ihren Werth hat. Wenn einjunger Mensch, um seine Geschicklichkeit als Reiter zu zei-gen, über einen tiefen Abgrund sprengt, so ist es kühn;wenn er denselben Sprung thut, verfolgt "von einer Rottekopfabschneidender Ianitscharen, so ist er bloß entschlos-sen. Je weiter aber die Nothwendigkeit von der Hand-lung entfernt ist, je größer die Zahl der Verhältnisse ist,die der Verstand durchlaufen muß, um sich ihrer bewußtzu werden: um so weniger thut ste der Kühnheit Eintrag.Wenn Friedrich der Große im Jahr 1756 den Krieg alsunvermeidlich ansah, und seinem Untergang nur entgehenkonnte, wenn er seinen Feinden zuvor kam: so war esnothwendig den Krieg selbst anzufangen, aber gewiß zugleicher Zeit sehr kühn, denn nur wenige Männer in sei-ner Lage würden sich dazu entschlossen haben.

Obgleich die Strategie nur das Gebiet der Feldherrnoder der Führer in den höchsten Stellen ist, so ist ihrdoch die Kühnheit aller übrigen Glieder des Heeres ebenso wenig ein gleichgültiger Gegenstand, wie die andernkriegerischen Tugenden desselben. Mit einem Heere, wasvon einem kühnen Volke ausgegangen, und in welchem derGeist der Kühnheit immer genährt worden ist: lassen sichandere Dinge unternehmen, als mit einem, was dieser krie-gerischen Tugend entfremdet ist; darum haben wir dersel-ben auch für das Heer gedacht. Aber ganz cigenlich istdie Kühnheit des Feldherrn unser Gegenstand, und dochhaben wir nicht Viel davon zu sagen, nachdem wir diesekriegerische Tugend im Allgemeinen, nach unserem bestenWissen, charakterisier haben.

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