Band 
Erster Theil.
Seite
268
JPEG-Download
 

268

der Vernunft den Aufwand von Kräften rechtfertigen/welchen man im Kriege macht/ wenn ein Handeln nichtder Zweck wäre? Der Bäcker heizt feinen Ofen nur wenner das Brod hineinfchicbcn will; die Pferde spannt mannur an den Wagen wenn man damit fahren will; warumdenn die ungeheuren Anstrengungen eines Krieges machen/wenn man damit Nichts hervorbringen will/ als ähnlicheAnstrengungen beim Feinde?

So viel zur Rechtfertigung des allgemeinen Prin-zips/ jetzt von feinen Modifikationen/ so weit fie in derNatur der Sache liegen/ und nicht von individuellen Fäl-len abhängen.

Es find hier drei Ursachen zu bemerken/ welche alsinnere Gegengewichte erscheine»/ und das allzurasche oderunaufhaltsame Ablaufen des Uhrwerks verhindern.

Die erste/ welche einen beständigen Hang zum Aufent-halt hervorbringt/ und dadurch ein retardirendcs Prinzipwird/ ist die natürliche Furchtsamkeit und Unentschloffen-heit des menschlichen Geistes, eine Art Schwere in dermoralischen Welt, die aber nicht durch anziehende, sonderndurch zurückstoßende Kräfte hervorgebracht wird; nämlichdurch die Scheu vor Gefahr und Verantwortlichkeit.

In dem Flammenelcment des Krieges müßen die ge-wöhnlichen Naturen schwerer erscheinen, die Anstöße müßenalso stärker und wiederholter sein, wenn die Bewegung einedauernde werden soll. Selten reicht die bloße Vorstellungvon dem Zweck der Bewaffnung hin, diese Schwere zuüberwinden, und wenn nicht ein kriegerischer unternehmen-der Geist an der Spitze steht, der sich im Kriege, wie derFisch im Wasser, in seinem rechten Element befindet, oderwenn nicht eine große Verantwortlichkeit von oben drückt: