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Im Grunde ist jeder nächtliche Angriff nur ein ge-steigerter Überfall. Auf den ersten Anblick erscheint nunein solcher als ganz vorzüglich wirksam, denn man denktsteh den Vertheidiger überfallen, und den Angreifenden na-türlich vorbereitet zu Dem was geschehen soll. WelcheUngleichheit! Die Phantasie malt sich auf der einen Seitedas Bild der vollkommensten Verwirrung, und auf derandern Seite den Angreifenden nur beschäftigt, die Früchtedavon zu ernten. Daher die häufigen Ideen zu nächtli-chen Überfällen bei Denen die nichts zu führen und zu ver-antworten haben, während sie in der Wirklichkeit so seltenvorkommen.
Jene Vorstellungen finden alle unter der Voraus-setzung statt, daß der Angreifende die Maaßregeln desVertheidigers kennt, weil sie vorher genommen und aus-gesprochen find, und seinen Rekognoscirungen und Nach-forschungen nicht haben entgehen können; daß dagegen dieMaaßregeln des Angreifenden, welche dieser erst im Au-genblick der Ausführung trifft, dem Gegner unbekannt blei-ben müßten. Aber schon das Letztere ist nicht immer ganzder Fall, und noch weniger ist es das Erstere. Wennwir dem Gegner nicht so nahe stehen, daß wir ihn geradeunter den Augen haben, wie die Ösircicher Friedrich denGroßen vor der Schlacht von Hochkirch: so wird, waswir von seiner Aufstellung wissen, immer sehr unvollkom-men sein, von Rekognoscirungen, Patrullen, Aussagen vonGefangenen und Spionen herrühren, und schon deswegenniemals recht feststehen, weil diese Nachrichten immer mehroder weniger veraltet find, und die Stellung des Gegnerssich seitdem geändert haben kann. Übrigens war es beider ehemaligen Taktik und Lagerungsart noch viel leichterdie Stellung des Gegners zu erforschen als jetzt. Eine