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[Band 1.]
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La Roche-sur-Aon war noch nicht vollendet. Die andern Verbindungen warennur schlechte Feldwege, welche vermöge der dichten überwachsenden Hecken ebenso viele düstere Engpässe bildeten.

In diesem eigenthümlichen Lande lebte ein Volk, das von dem übrigen Frankreichdes XVIII. Jahrhunderts noch um mehrere hundert Jahre zurück war. Es warnur bis zu jenem Civilisationsgrade gelangt, den seine einfachen Sitten aller-dings empfehtenswerth machen würden, wenn nicht die Geschichte aller Zeitennachwiese, daß eben diese Sitten unzertrennlich sind von dem blindesten Fana-tismus. Die Vendecr waren allmählig durch eine Menge Umstände gegen dieFortschritte der Revolution eingenommen worden. Ihr lebendiger und einfacherGlaube sträubte sich gegen die bürgerliche Verfassung der Geistlichkeit. Eine in-nige Anhänglichkeit an ihre Kirchenpatrone machte sie empfänglich für denGroll des Adels. Weit entfernt, die allgemeine Begeisterung zu Gunsten derpolitischen Reformen zu theilen, bebten sie anfangs von denselben zurück, und ihreErbitterung steigerte sich nach Maasgabe, als ihre Lieblingsneigungen davon ver-letzt wurden. Seit längerer Zeit konnte man sie als das erste Werkzeug einerinnern Reaction betrachten, und die Anhänger der alten Regierung hatten seit4 Jahren nichts versäumt, sie zum Aufstande vorzubereiten. Weil jedoch 21Städte und größere Dörfer der Vendee sich für die Sache der Nation erklärthatten, so war hiedurch bis jetzt jeder allgemeine Aufstand niedergehalten wor-den. Es bedurfte also einer neuen Veranlassung, um denselben zum Ausbruchezu bringen. Jene Aushebung von 300,000 Mann entzündete den Brand, dersich in einem Augenblicke von einem Ende eines Landes bis zum andern ausbrei-tete, das sowohl vermöge seiner topographischen Beschaffenheit, als vermögeder Stimmung seiner Einwohner sich vorzugsweise zum Bürgerkrieg eignete.In allen Gemeinden ward die Recrutenziehung verweigert; die Sturmglocke riefdie Militzpsiichtigen zu den Waffen, und es bildeten sich zwei Versammlungen,in der obern Vendee zu St. Florent, in der untern Vendee zu Challans. Ca-thelineau, ein wohlhabender Fuhrmann aus der Gegend von Beaupre'au, undStofflet, Forsthüter von Maulevrier, stellten sich an die Spitze der Insurgentenvon St. Florent; bald wurden sie von Bonchamps und d'Elbee, ehemaligeSubaltern-Offiziere, unterstützt. In kurzer Zeit besetzten 30,000 Mann unterihren Befehlen St. Florent, Jallais, Chemille und endlich Chollet. Die in derBoccage cantonirenden Truppenabtheilungen der Besatzungen von Rennes undLa Rochelle wurden entwaffnet, und überließen den Eingebornen einen Theilihres Geschützes und ihrer Munition.

Auf der andern Seite bemächtigten sich die Insurgenten von Challans unterCharette der Punkte Machecoul, Pornic und der Insel Noirmoutiers. Diese Er-folge rißen die ganze mittlere Vendee nach sich, so daß den republikanischenBehörden nur noch das obere Thal des Layon und dasjenige des Thone übrigblieb.

Um diese Zeit befehligten die Generale Verteuil und Labourdonnaye die Terri-torial-Divisionen. Der erstere sendete eine Colonnc von 500 Mann zur Er-