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[Band 1.]
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Bataillone von Pariser Freiwilligen. Allein obgleich man Hiebei mit großer Thätig-keit verfuhr, hatte man doch kaum die Hälfte der von Biron verlangten Trup-penzahl zusammengebracht, als die Vendecr den Angriff begannen.

Als Leygonnier mit 3 — 4000 Mann den Thons überschritt, und Salomon,der Nachfolger des Generals Que'tineau, mit 4000 Mann in Thouars einrückte,so regten diese Bewegungen die Vendeer wieder auf. Die Sturmglocke rief sieunter die Waffen. In Anjou und Poitou sammelten die Führer 30 — 40,000Mann. Zuerst ward Leygonnier, der bei Vihiers und Doue Stellung genommenhatte, zurückgedrängt. Auf die Kunde hievon rückte Salomon nach Montreuil,um den Uebergang über den Thone zu vertheidigen; allein die Vendecr kamenihm hier zuvor; er ward bei Montreuil geschlagen, und zog sich, weil er Sau-mur nicht mehr erreichen konnte, über Thouars und Parthenay nach Niort zurück.

Nach der Niederlage der Generale Leygonnier und Salomon war Saumur seineneigenen Streitkräften überlaffen. 7 — 8000 Mann vertheidigten es; sie standengrößtenthcils in einem verschanzten Lager auf den Hügeln von Bournan, überwelche die Straße von Dons hinwegzieht. Allein durch Salomonö Rückzug warder Lauf der Dive mit seinen Uebergängen offen gelassen worden. Dieser Umstandentging den Vendeern nicht; sie nmgiengen das Lager von Bournan und rücktenaus dem rechten Thone-Ufer vor. Mit ihrem gewöhnlichen Ungestüm bemächtig-ten sie sich der Vorstädte und der Brücke von Saumur, welche sie von demLager trennte, worauf sie die kleine Zahl der Vertheidiger der Stadt vertrieben,und sich in derselben festsetzten. Vergebens waren alle Anstrengungen der Trup-pen, vom Lager aus sich des Ueberganges und der Stadt wieder zu bemächtigen.Es blieb ihnen nichts übrig, als sich anfangs nach Brissac, später nach Angerszurückzuziehen. Das Schloß ergab sich am folgenden Tage.

Der von den Vendeern erfochtene Sieg war von den größten Folgen. DieArmee, welche sie bezwingen sollte, war in ihrer Grundlage erschüttert, einbeträchtliches Material und Vorräthc aller Art fielen in ihre Hände, und dieStraße nach Paris stand ihnen offen. Das Schwierige war jedoch, diesen Er-folg zu benützen und die Armee beisammen zu halten. Auf kurze Zeit gelangdies den Hauptführern, indem sie Cathelineau mit großem Gepränge zum Ober-general ernannten. Sofort setzten sie sich gegen Angers in Marsch und bemäch-tigten sich dieser Stadt ohne Widerstand. Weil man sich jedoch auf diesem Marschevon der Loire entfernte, verlangten die Vendeer wieder in den Bocage zurückgeführtzu werden. Nur mit Mühe gelang es dem neuen Obcrgencral, sie über Nanteszu führen, um einen Handstreich auf dieses Bollwerk der Revolution zu ver-suchen. Diese Unternehmung war allerdings gewagt, aber welche Resultate hätteder Erfolg gewährt! Die Verbindung zwischen der Bretagne, dem Kriegsschauplätzeder Chouanerie und der in Waffen stehenden Vendec wäre eröffnet, der Laufder Loire frei, die Häfen der englischen Seemacht zugänglich gemacht worden,abgesehen von dem Gewichte, welches der Besitz einer Stadt von 80,000 Seelenfür die Insurgenten in die Wagschaale gelegt hätte.