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den frühern Kriegen auf bekannte Schlachtselde führten, fehlten der Republik;man mußte daher neue Angriffspunkte aufsuchen, und die innere Lage Frankreichsdrückte allen Ereignissen jene Unsicherheit auf, welche sie selbst charakterisirte.
Die dictatorische Regierung hatte die Nothwendigkeit, welche sie in's Lebenrief, nicht überlebt. Ausgeübt durch Leute, welche sich im Stande wähnten, dieAnwendung von Gewaltmitteln zu ermäßigen, war sie im Laufe der Dinge inHände von heftigen Partheiführern gerathen, welchen die öffentliche Wohlfahrtals unzertrennlich mit einer gänzlich sozialen Wiedergeburt erschien.
Eine Opposition mit ihren Ideen über die künftige Constitution der Republikerschien in ihren Augen als ein eben so großes Verbrechen, wie die Hinneigungzum Auslande, daher wendete sie die unbeugsame Strenge der militärischenGesetze auf dieselbe an. Daher richtete sie die maaßlose Gewalt, welche ihr zurAbwendung der Invasion anvertraut worden war, gegen alle politischen Dissi-denten. Auf dem Wege einer blutigen Reform schritt sie vorwärts, wenn gleichjeder ihrer Schritte allgemeinen Schrecken aufregte. Die einzige Kraft, welche sieerhielt, die Kraft der öffentlichen Meinung, ergänzt durch die gemeinschaftlicheGefahr, mußte ihr entgehen, sobald diese Gefahr sich entfernte. Als daberjene Sieger die republikanischen Heere an den Rhein führten, fiel sie von selbst,und überließ die politische Laufbahn dem Rachegefühl der unterdrückten undbesiegten Partheien. In Folge eines unvermeidlichen Umschwungs war ihr Sturzdas Zeichen einer Reaction, deren Ende nicht abzusehen war. Von den Restender Bergparthei bis zu denjenigen der alten absoluten Regierung erhoben sich alleFactionen, und der Convcnt hatte in verschiedenen Richtungen mehr als einengefahrvollen Kampf zu bestehen. Er selbst verlor dadurch die Einheit seinerPlane, welche so manchen Sieg veranlaßt hatten.
Inmitten dieser innern Zerwürfnisse wurden,btc Heere vernachläßigt. DieRepräsentanten verloren ihre oberste Gewalt in den Hauptquartieren. Die Recru-tirung, der Sold, die Verpflegung geschahen ohne Regelmäßigkeit, die Desertionriß ein, und die Agenten der Ausgewanderten erhielten einen ungleich freiernSpielraum gegen die Administration und die Generale.
, Man schwankte, ob man Frieden schließen, oder den Krieg fortsetzen, ob manden Hauptnachdruck auf den Norden, oder auf den Süden legen sollte. Endlichbeschloß man, den Rhein zu überschreiten, um die beiden Heere zu entfernen,welche die Bcrcnnung von Mainz verhinderten, und diese Festung zu belagern.Um jedoch über den Rhein zu gehen, fehlte es an dem nötbigen Brückenzuge,die Reiterei war in einem Zustande der Auflösung, ein Viertheil des Effectiv-standes der Heere hatte die Glieder verlassen; der ganze Sommer ging mit Rü-stungen hin. Gleichwohl ergab sich Luxemburg, von aller Hülfe abgeschnittenund von den Divisionen beider Armeen belagert, in der ersten Hälfte Junis.