Laplace ward zur Beobachtung auf dem linken Ufer der Bsrmida aufgestellt,der Rest der Armee schlug die Straßen nach Turin ein, und Serrurier debouchirtein derselben Zeit auf Ceva, als Augereau's Vorhut auf den Höhen erschien,von welchen der Belbo herabfließt.
Colli räumte nach kurzem Widerstände Ceva und eilte, die Stellung hinterder Corsaglia zu beziehen. Inzwischen rückte die französische Armee über denMonte Zemole, um in das Thal des Tanaro zu gelangen; von diesem hochgele-genen Punkte aus übersah sie zum ersten Male das reiche Gebiet Piemonts,die Flüsse, die es durchströmen, und die mit Schnee und Eis bedeckten Gebirge,von denen es eingeschlossen ist. Von Bewunderung ergriffen, machten die Sol-daten Halt, um diesen herrlichen Anblick zu genießen.
Der Tanaro ward überschritten und Colli überflügelt; er zog sich nach Mon-dovi zurück und warf hier in Eile einige Schanzen auf. Serrurier, der dieVorhut bildete, erlitt an der Brücke von Sän Michele eine Schlappe, für welcheer sich 2 Tage später rächte.
Das sardinische Heer hatte seine Anstalten getroffen, um bei Mondovi eineSchlacht anzunehmen, deren Ausgang die Hauptstadt retten oder preisgebensollte. Bonaparte griff sie mit drei Colonnen an; Serrurier entschied den Sieg,indem er sich der Hauptredoute bemächtigte. Der Feind erlitt einen Verlust von4000 Mann, 10 Fahnen, 8 Kanonen und beträchtlichen Magazinen, und zog sichan die Stura zurück. Man näherte sich der Ebene und die Verbindung mitBeaulicu konnte hergestellt werden. Bonaparte ließ jedoch hierzu keine Zeit. In-dem er Cherasco besetzen ließ, nöthigte er Colli, sich durch den Po zu decken undStellung bei Carignano zu nehmen.
Das französische Heer befand sich vor den Thoren Turins; der sardinischeHof, in Schrecken versetzt durch den jugendlichen General, dessen Schläge mitdem Glanz und der Schnelligkeit des Blitzes geschahen, knüpfte Unterhandlungenan; in Cherasco ward ein Waffenstillstand unterzeichnet, dem bald darauf einFrieden folgte, welcher den Franzosen unter andern festen Plätzen, Coni, dasSchloß von Ceva, Tortona, Alessandria und Valenza überlieferte.
Dieser große Erfolg war in der kurzen Zeit von 18 Tagen erkämpft worden.Man hatte Kellermann den Uebcrgang über die Alpen eröffnet und den Königvon Sardinien von der Coalition getrennt. Beaulieu endlich hatte sich nach einerverspäteten Bewegung zu Gunsten Colli's, hinter den Po zurückgezogen. Nochnie waren die französischen Waffen durch so rasche und große Thaten verherrlichtworden. Das Direkorium decretirte fünfmal, daß sich die italienische Armee umdas Vaterland verdient gemacht habe.
Dabei ließ es dieselbe jedoch nicht bewenden. Bonaparte, gedeckt auf seinemlinken Flügel, wendete sich gegen die Kaiserlichen. Der Werth, den er auf dieUebergabe von Valenza zu legen schien, die Uebergangsmittel, welche er hier zu-sammenbringen ließ, und die Conzentrirung seiner Divisionen unweit dieser Stadttäuschten den feindlichen General, der zuvörderst den Po, dann den Ticino, denGrenzfluß der Lombardei, zu vertheidigen beschloß. Es blieben ihm, mit Jnbe-