zu ergeben. Molitor gab dem Feldmarschall zur Antwort, daß die Kaiserlichenüber den Rhein zurückgeworfen, die helvetische Armee auf allen Punkten siegreichsey und er selbst das Gewehr zu strecken habe.
Unverzüglich befahl Souwarow den Angriff. Zwar standen ihm nur etwa1000 Mann gegenüber, aber diese waren in Stellungen vertheilt, wie nur dieSchweiz sie darbietet. Standhaft harrten sie bis zum Abende aus und zogensich, auf ihrem rechten Flügel umgangen, an die Linth zurück. Ein neuer Kampfentspann sich unterhalb Glarus, wo die Klön in die alte Linth mündet; die ganzeBrigade, verstärkt durch 1 Bataillon, nahm an demselben Theil und ihr kühnerWiderstand, der den Russen die Straße nach Wesen sperrte, vereitelte Souwa-rows letzte Hoffnungen. Am 4ten Oktober räumte er Glarus und zog durchdieselben Defilcen, welche Linken eingeschlagen hatte, nach Graubündten. Seit11 Tagen, während welchen die Schweiz von den Russen betreten worden war,hatten nur wenige französische Truppen sie fortwährend im Schach gehalten.Das Feuer derselben und erschöpfende Marsche hatten ihm den dritten Theil sei-ner Armee gekostet.
Massen« wendete sich sogleich gegen Korsakow, der wieder über den Rheinzurückgekehrt war und drängte ihn abermals über diesen Fluß zurück, worauf erConstanz besetzte. Soult stand noch immer bei Rheineck. Somit sahen sich dieFranzosen wieder in dem Besitze der Rheingegenden. Diese denkwürdigen Erfolgeriefen den Erzherzog an die Donau und hatten die Auflösung der Coalition zurFolge.
In der Ebene von Italien, an der Trebbia, bei Novi waren Souwarow'sKerntruppen gefallen. Die Thäler der Schweiz waren bedeckt mit den Gebeinenderjenigen, welche jene Tage überlebt hatten, an denen der Sieg so theuer er-kauft worden war. Korsakow hatte über 12,000 Mann bei Zürich verloren, sodaß kaum noch 30,000 Mann von den 86,000 übrig blieben, welche allmähligaus dem Innern von Rußland angelangt waren. Ihr General, entrüstet überso ungeheuern Verlust, klagte das Wiener Cabinet der Treulosigkeit an und ent-fernte sich, ohne die Befehle ihres Hofes abzuwarten, von dem Kriegsschauplatze.Massen« kehrte über Dissentis nach Graubündten zurück und drang bis Mayen-seld vor. Der Winter that seinen Fortschritten Einhalt und machte auf allenSeiten den Feindseligkeiten ein Ende.
Während dieser Waffenruhe änderte ein unermeßliches Ereigniß die Lage derRepublik. Das Direktorium machte dem Consulate, das heißt Bonaparte Platz.Die aus dem Convent hervorgegangene Regierung sah sich im Kampfe mit allden heftigen Leidenschaften, welche die unerhörte Krisis von 1793 aufgeregt hatte;hauptsächlich aber hatte sie zu kämpfen gegen die Reaction, welche aus dem Sturzedes öffentlichen Wohlfahrts-Ausschusses hervorgieng. Sie sah sich genöthigt, zumeinzigen Rettungsmittel — zur Militär-Gewalt — zu greifen, das heißt zu dem-jenigen ihrer Generale, der die Armee am vollständigsten darstellte. Wer durste eswagen, sich mit dem Sieger von Rivoli und bei den Pyramiden auf gleiche Linie zustellen? — Wer riß, wie er, die Soldaten unwiderstehlich hin? — Wer war.