287
Feldzug von iHöÖ.
i
Operationen in statten.
Stand der gegenseitigen Streitkräfte. — Feldzugsplan. — Angriff des Apennins (Merz). —Treffen bei Savona (6. April); — bei Genua (6.— 7.).— Gefechte bei Voltri und in denApenninen (10. — 21.). — Treffen an der Taggia (7. Mai). — Capitulation von Genua(5. Juni). — Angriff auf den Bar (22.-27. Mai). — Rückzug des Generals
Elsnitz (29.).
Aie Lage der Armee im Frühjahr 1800 war sehr verschieden von derjenigenim Jahr 1706. Die italienische Armee, formirt aus den Trümmern der HeereJouberts und Championnets hielt zwar unter Massena (38,000 Mann) den see-wärts gerichteten Abfall des Gebirges besetzt, allein sie war auch Herr des Ge-bietes von Genua und der Bocchetta.
Auf der andern Seite schien die Rhein-Armee zu den entscheidenden Schlägenbestimmt; sie war aus der ehemaligen deutschen und helvetischen Armee zusammen-gesetzt, wurde noch durch eine Division des holländischen Heeres und einige Kern-truppen aus dem Innern verstärkt und zählte unter Moreau's Oberbefehl 150,000Mann, welche von Mainz bis zu den Quellen des Rheins vertheilt waren.
Es war ferner die Bildung einer Reserve-Armee unter Alerander Berthierangeordnet worden; da sich jedoch zu Dijon, wo sie sich conzentriren sollte, nichtmehr als 7—8000 Recruten zeigten, so blieb ihre Existenz lange Zeit zweifelhaft.
Die neue Verfassung untersagte dem ersten Consul den Oberbefehl der Heere;dagegen stand es ihm zu, die Gesammtheit der Operationen in einer weiten Com-bination zu entwerfen. Es reicht hin, seinen Plan mit demjenigen des vorigenJahres zu vergleichen, um sich einen Begriff davon zu machen, was die Kriegs-kunst zu leisten vermöge.
Die Kaiserlichen waren in zwei große Massen getheilt:
In Italien stand Melas mit 130,000 Mann; sein Auftrag war, Genua zunehmen, die Apenninen und den Var zu forciren und in die Provence einzudrin-gen, wo man das Volk zu Gunsten der Bourbonen zum Aufstande zu bringen
38