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[Band 1.]
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Baraguey d'Hilliers mußten auf das linke Donauufer übergehen, um den Erz-herzog Ferdinand in Böhmen im Schach zu halten. Die Contingente von Badenund Würtemberg ersetzten die Streitkräfte, über welche er zur Deckung seinerFlanken verfügte. Mortier endlich bildete mit der Division Gazan und Dupont(19,000 Mann) das 8te Corps.

Nach diesen Anordnungen setzte sich die Armee in 3 Colonnen gegen die Ver-bündeten in Marsch: Bernadotte über Rosenheim; Lannes und Marmont überLandshut und Braunau; Napoleon mit den Garden, Davoust, Soult, Mortierund Murat auf der Straße von München nach Mühldorf.

Bei ihrer Annäherung befürchtete Kienmayer, aus seinem rechten Flügeldurchbrochen und von den Russen getrennt zu werden; er verließ daher den Jnn,sprengte die Brücken und wich an die Salzach zurück, indem er sich bei Braunauam Zusammenflüsse beider Gewässer an Kutusow anschloß; seine Hauptmassenstellte er bei Salzburg aus. Bernadotte folgte ihm und erschien drohend vor Titt-maning, Laufen und Reichenhall. Nur dieser letztere Punkt ward vertheidigt;die Oesterreicher, in der Besorgniß, rechts überflügelt und in Salzburg ein-geschlossen zu werden, gaben die Salzach auf und schlössen sich über Lambach denRussen an, welche, die Unmöglichkeit, den Jnn zu behaupten, einsehend, sich inderselben Zeit an die Traun zurückzogen.

Kienmayer hatte vor seinem Rückzug 5000 Mann von seinem linken Flügelzur Besetzung der Engpässe der Gebirge entsendet, mit dem Auftrage, Berna-dotte's rechte Flanke zu beunruhigen und seinen Marsch zu verzögern. Dadurchsah er sich genöthigt, sich um 2 Divisionen zu schwächen, um die Posten des Erz-herzogs Johann in der Richtung auf Innsbruck zurückzudrängen und sich derPosten Golling, Jschel und Aussee zu bemächtigen, welche über den Simmeringin das Donauthal herabführen. Nachdem diese Truppen dem Feinde den PaßLueg abgenommen hatten, führte Bernadotte, auf dieser Seite beruhigt, denRest seines Armeecorps nach Vöcklabruck. Inzwischen hatte Napoleon die feind-liche Nachhut bei Ried, Haag und Lambach geschlagen und war an der Traunangelangt.

Die defensiven Linien, flankirt durch die Donau und die Alpen, welche sichfortwährend nähern, wurden zusammengedrängt. Allein die Angriffscolonnen er-hielten bei der sich verengenden Front eine unwiderstehliche Gewalt. Die Verbün-deten behaupteten sich nicht länger an der Traun, als am Jnn. Man besetzteLinz und Murat nahm die wichtige Stellung von Ebelsberg; hierauf stürzte ersich mit solchem Ungestüm auf Ens, daß die Verbündeten sich hinter diesem Flussenicht zu sammeln vermochten. Man überragte sie auf allen Punkten; Mortierpassirte die Donau bei Linz und kam ihnen an der Brücke von Stein zuvor.Davoust, der Meerseldt vor sich Hertrieb, schlug die Straße nach Lilienfeld ein,und Marmont, der über Weyer die Ens hinaufzog, setzte sich zu Leoben fest.Durch dieses letzte Corps ward das von Ney begonnene System der Detachirungvervollständigt, wodurch der Erzherzog Carl die Möglichkeit verlor, sich in dierechte Flanke der französischen Armee gegen Wien zu bewegen.