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[Band 1.]
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Plötzlich eingetretenes Thauwetter hatte alle Wege dergestalt verdorben, daßdie Truppen sich nur mit der höchsten Anstrengung bewegen konnten und die Rus-sen mehrere Geschütze und einen beträchtlichen Theil des Gepäckes stehen lassenmußten. Setzten sie den Rückzug fort, so gieng wahrscheinlich die nach Ostro-lenka vorausgeschickte schwere Artillerie nebst allem übrigen Material verloren unddie Armee näherte sich dem Zustande völliger Auflösung. Daher beschloß Ben-nigsen, den 26ten Dezember bei Pultusk stehen zu bleiben, selbst wenn er eineSchlacht annehmen müßte. Auf diesem Entschlüsse beharrte er ungeachtet einesBefehls des Obergenerals Kamenskoi *), nachdem er allen Corps den Befebl zu-gefertigt hatte, an der Stelle, wo sie sich befänden, auf dem geradesten Wegebis hinter die russische Grenze zurück zu gehen.

Die unter Bennigsens unmittelbarem Befehl stehende Armee zählte (66 Batail-lone, 100 Schwadronen und 10 Batterien) gegen 42,000 Mann. Er stellte die P>°» »crHauptmasse derselben an der Straße nach Golymin auf, den linken Flügel an <>«

Pultusk, den rechten an ein Gehölz gelehnt, welches eine \ Stunde davon beidem Dorfe Moszyn liegt; in und vor diesem Gehölze stand eine Abtbeilung von12 Bataillonen, 10 Schwadronen unter Barklay de Tolly; General Baggowutbefand sich mit 10 Bataillonen, 20 Schwadronen südwestlich der Stadt, unweitdes Amtes Gorki; der größte Theil der Reiterei war zwischen beiden auf etwa1500 Schritte von der Schlachtlinie vorgeschoben.

Lannes rückte am 26ten Dezember von Kaczycze her gegen diese Stellung undward etwas später unerwartet durch eine Division von Davoust's Corps verstärkt,so daß seine Streitkräfte (36 Bataillone, 24 Schwadronen) etwa 30,000 Mannzählten; bei dem tief aufgeweichten Boden war ihm nur wenig Geschütz gefolgt.

Gegen Mittag begann das Gefecht mit der Abtheilung des Generals Baggawut,welcher, bald durch 6 Bataillone der Reserve verstärkt, den Franzosen entgegengieng und deren erste Truppen durch Reiterangriffe auf ihren Rückhalt zurück-warf; sobald dieser an dem Gefechte Antheil nahm, wurden die Russen gedrängt,aber ein nochmaliger Angriff der Reiterei setzte sie in den Stand, ihre vorgescho-bene Stellung zu behaupten.

Unterdessen hatte Lannes den Rest seines Corps links herausgezogen und derrussischen Reiterei gegenüber formirt. Bennigsen zog sie hinter seine Infanterie-Linie, worauf Lannes den größten Theil seines Geschützes auf der flachen Höhe,welche die russische Reiterei verlassen hatte, auffahren ließ. Baggawut, hierdurchin seiner rechten Seite bedroht, mußte rasch in seine erste Stellung zurück gehen,in welcher es ihm nur mit großer Anstrengung gelang, die während des ganzenTages wiederholten Anfälle des französischen rechten Flügels abzuweisen.

Der linke Flügel hatte sich gegen die Abtheilung Barklays gewendet und standim lebhaften, wechselvollen Gefechte, als ihm am späten Nachmittage das Ein-

*) Der fast achtzigjährige Graf Kamenskoi litt um diese Zeit durch die starke Anstren-gung an so heftigen Schmerzen, daß er des vollen Gebrauchs seiner geistigen Fähigkeitenberaubt war. Hieraus erklärt fich der von ihm gegebene Befehl und Bennigsens Ungehorsam.

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