Band 
[Band 1.]
Seite
427
JPEG-Download
 

427

Unordnung zurückweichenden Truppen von Thierry und Schustek unter seinemSchutze zu sammeln vermochten (PP),

Sobald Hiller zu Rottenburg angelangt war, ließ er die unter Lannes her-angekommenen Truppen (#«) durch eine Brigade angreifen. Es kam hier zneinem lebhaften Gefechte, das damit endigte, daß sich Hiller wieder über diegroße Laber und in der Nacht bei Türkenfeld über die kleine Laaber zurückzog.

Bianchi und Fürst Reuß hatten sich inzwischen von Kirchdorf über das Defileevon Birgwang nach Pfeffenhausen zurückgezogen, wohin auch Erzherzog Ludwigunter dem Schutze einer starken Nachhut von Ludmannsdorf zurückwich iQWrede, der bis Schweinbach gefolgt war (pp), erhielt von Napoleon Befehl,die Nachhut des Erzherzogs Ludwig über das Defilee von Pfeffenhausen zurück-zuwerfen. Wrede vollzog denselben C 77 ) und drang mit der österreichischenNachhut zugleich in das Städtchen ein.

Auf dem linken Flügel überschritten Lannes leichte Truppen die Straße vonRohr Qtt), griffen die Vorposten des österreichischen Corps (GG) an und dräng-ten sie über die Laaber zurück. Da einige französische Abtheilungen dieses Flüß-chen bei Sansbach überschritten, so sendete Hohenzollcrn, für seinen Rücken be-sorgt, sein Geschütz und sein Gepäcke auf der Straße von Eggmühl nach Regens-burg zurück.

Auf dem äußersten linken Flügel beschränkte sich Davoust («, &, c, <0 dar-auf, die ihm gegenüberstehenden Feinde durch Reiterangriffe zu beschäftigen undseinen linken Flügel bis Reissing auszudehnen; mit der Hauptmasse seiner Truppenblieb er in der Stellung, welche er am Morgen inne gehabt hatte, über Nacht.Noch in der Nacht setzte der österreichische linke Flügel den Rückzug von Pfaffen-hausen und Rottenburg über Weihmichel und Türkenfeld gegen Landshut fort,nachdem er in den Gefechten bei Kirchdorf, Rohr, Ludmannsdorf, Pfeffenhausenund Rottenburg, welchen man den Namen der Schlacht bei Abensberg beige-legt hat, 88 Offiziere, 2623 Mann todt und verwundet und 4000 Gefangeneverloren hatte.

Am Abende des 20 ten Aprils standen die Franzosen auf folgenden Punkten:Wrede und die Württemberger bei Pfeffenhausen ( 77 ); Lefcbre links von den-selben 0*0 an der großen Laaber; Lannes ( 00 ), (n) zwischen Rottenburgund Alzhausen.

Am Abende des 20ten Aprils nach der Schlacht bei Abensberg standen demFeldmarschall-Lieutenant Hiller zwei Wege offen: 1) entweder noch in der Nachtsein ganzes Gepäcke und sämmtliche Parks aus Landshut hinter die Jsar zu diri-giren und diesem zu folgen; oder 2) sein Gepäcke diesen Weg einschlagen zulassen, mit seinem Heere aber sich auf Seitenwegen rechts gegen Eggmühl zuwenden und sich dort mit dem Heere des Erzherzogs Carl zu vereinigen; jededieser Bewegungen war nur möglich, wenn sie in der Nacht vom 20 / 21 . Aprilausgeführt wurde. Allein Hiller schlug keinen dieser beiden Auswege ein. Inder Meinung, er habe es nur mit einem kleinen Theile der französischen Armeezu thun, übernachtete er bei Türkenseld hinter der kleinen Laaber und Erzherzog