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[Band 2.]
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möglich von den Kriegskräften Preußens vor einer kommenden Ueberschwemmungzu retten. Deßhalb wurden bei Pillau und Colberg, weil sie am Meere liegen,verschanzte Lager angelegt und in Schlesien außer der weitläufigen Linie vonNeisse nun auch noch bei Glatz ein verschanztes Lager zur Aufnahme von Trup-pen angelangt. In diese 4 Zufluchtsörter sollten die noch nicht ausgebildetenStreitmittel, sowohl von Waffen und Menschen, als andern Materialien ein-gebracht werden, um sie dem Feinde zu entziehen und im Fall der Noth mittenim Kriege auszubilden.

Auch diese Lager waren im Jahre 1812 vollendet.

Durch dieses unermüdcte Streben und eine weise Oekonomie in Verwendungvorhandener, vorher kaum gekannter Hülfsmittel, war also in 4 Jahren diepreußische Armee, welche nur 42,000 Mann stark seyn durfte, so basirt worden,daß sie in wenig Monaten auf die Stärke von 120 — 150,000 Mann gebrachtwerden konnte. Junge, kräftige, ihrem Fache kundige Männer standen an derSpitze der verschiedenen Abtheilungen. Die verderblichen Forderungen einer ge-nauen Anciennität waren eingeschränkt worden, der tüchtige Mann, welcher sichim Kriege ausgezeichnet, oder dem Staate Opfer gebracht hatte, ward her-vorgezogen und dem Ganzen nach und nach Liebe zur neuen Verfassung und neuesVertrauen aus sich selbst, auf seinen innern Werth eingeflößt.

An diese neue Schöpfung schloß sich zur Vollendung des ganzen Kriegsstaatesdie Idee einer Landesvcrtheidiguug durch Landwehr und Landsturm an.

Doch mitten in diesen fortschreitenden Einrichtungen zur Landesvertheidigunggegen Fremde, gebot der Allianztraktat von 1812 ein plötzliches Unterbrechendieser Arbeiten. Preußen wurde in den russischen Feldzug hineingerissen. Dadurchwurde die kleine Armee der Hälfte ihres Bestandes beraubt, um für den entge-gengesetzten Zweck verwendet zu werden. Natürlich lähmte dies alles fernereStreben nach dem früher vorgesetzten Ziele. Bei der Ungewißheit, ob die Mittelnicht für den entgegengesetzten Zweck geschaffen würden, wäre es auch »»weisegewesen, sie ferner zu verfolgen. So wurde denn in dem Jahre 1812 alleRüstung eingestellt, und manche Hoffnung erstarb in der Aussicht aus eine trost-lose Zukunft.

In diesem Zustande befand sich der preußische Militärstaat in dem Augenblickeals der Strom des Verderbens über das französische Heer hereinbrach und dieschwachen Ueberrcste desselben wie Trümmer eines zerstörten Schiffes über Deutsch-lands Fluren Hintrieb. Jetzt galt es, was vorbereitet worden, ins Leben zu rufen.

Da schien der Augenblick gekommen, um den Bau kühnen Entwurfs aus derErde emporsteigen zu lassen. Und es erwies sich, daß die Idee keine leere Spe-kulation geblieben. In wenig Monaten erstand sie als eine imponirende Macht.

Vorbemerkung: Im Monat Januar 1812 fing man in Preußen die Aushebung derMannschaft zu Ergänzung der vorhandenen und die Formation neuer Truppen an, also zurselben Zeit, als Frankreich neue Truppencorps zu bilden anfing.

Innerhalb zwei Monaten, bis Ende März, war die Armee in Schlesien auf 25,000Mann, sämmtlich formirte Truppen, ohne die Fesiungsbesatzungen und etwa 20,000 Mann,