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Vandamme marschirte auf Stolpe, Victor die Garde, Kellermann, Latour - Mau-bourg, Marmont folgten der Central-Bewegung dahin in Eilmärschen; alleUnternehmungen auswärz sollten ruhen; — da traf hinter Napoleons Rücken seineArmee noch ein Schlag, verderblicher als was sich eben begeben; Blücher führteihn aus.
Als der Kaiser von der Verfolgung der schlesischen Armee abließ und mitseiner Garde und den andern mitgebrachten Corps, 40,000 Mann, nach Dres-den zurück eilte, übergab er Macdonald den Befehl gegen Blücher mit der Wei-sung, nichts zu wagen, die Offensive nicht zu ergreifen, sondern die ihm zur Ver-fügung gestellten Streitkräfte so zu concentriren, um mit Erfolg opcriren zu kön-nen, wenn er angegriffen werden sollte, jedenfalls aber die Verbindung nachDresden hin nicht ausser Acht zu lassen.
Kaum war aber der Kaiser fort als der Marschall auch schon diese kluge Instruk-tion vergaß. An der Spitze von 86,000 Mann dachte er an Wagram; plötz-lich bemächtigte sich des tapfern ehrgeizigen Mannes ein solcher Eifer, daß ernichts anders mehr sann, als Blücher zu verfolgen, ihn aufzureiben, oder bis andie Oder zurückzuwerfen. Er glaubte, derselbe retirire noch immer in einem fortund gab also Befehl ihm nachzusetzen.
Blücher auf alles achtsam, hatte seit den 24sten bemerkt, daß im Manövreder Armee, die gegen ihn operirte, ein anderer Geist walte — einerseits Still-stand, andererseits Hast, dort Lücken — alles schien ihm anzudeuten, daß Napo-leon nach Dresden abgegangen. 'Wahrscheinlich hatte er bedeutende Truppen-maffen mit fortgenommen, — also stand ihm nur mehr eine bedeutend schwächereArmee gegenüber, die ihn wahrscheinlich nur im Schach halten sollte— so com-binirte Blücher; er beschloß in einem Gefecht sich davon zu überzeugen, und suchtenun den Gegner, dessen Weg ihm seine Kundschafter ganz genau bezeichneten auf.
Blücher wußte, daß derselbe in die Gegend von Liegnitz trachte. Dorthin zoger nun sein ganzes Armeecorps zusammen. Und schon stand er schlagfertig, dakam Macdonald an der Katzbach heran. Er hatte seine Bataillone in einer fächer-artigen Entwickelung, womit sie einen Raum von 10 Stunden, von Schönaubis Liegnitz beschrieben, vorgeschoben. Die Armee sollte am 26sten August in fünfColonnen die Katzbach und den wilden Bergstrom, den man die wüthende Neissenennt, überschreiten.
Lauriston (26. Aug.) zog rechts auf der Straße von Schönau nach Jauer, Mac-donald wollte die wüthende Neisse zwischen Nieder-Crain und Weinberg passiren,Sebastiani mit seiner Reiterei sollte ihm folgen. Das 3te, Ney's Armeekorpswar angewiesen, die Katzbach bei Liegnitz zu überschreiten. Ney war aber Tagsvorher zum Generalstab des Kaisers nach Dresden berufen worden, und er zogin Folge eines Mißverständnisses eine Strecke weit sein ganzes Armeekorps nach sich.Doch wurde man bald des obwaltenden Irrthums gewahr und Souham, dem Ney dasOberkommando übergeben, führte dasselbe, Macdonald's Befehl gemäß, eiligst zurück?;gleichwohl stand es noch nicht in Linie, als sich der Marschall unfern der alten Mongo-len-Wahlstatt(von 1241) plötzlich in die Schlacht am 26. Augustverwickelt fand, die denNamen "an der Katzbach" wovon Blücher den Beinamen von Wahlstatt bekommen.