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[Band 2.]
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loren haben. Die Russen schweigen über ihren Verlust. Jedenfalls war er nichtvon Bedeutung, und nichts rechtfertigt die Behauptung der Franzosen, die davermelden, der Verlust der Verbündeten sey nicht geringer anzuschlagen als derihrige.

Mittlerweile war Napoleon unter den Mauern von Dresden im Kamps be-griffen, der ihm Alles entscheiden sollte. Als er am 25sten August in Stolpenankam, von wo er über das Lager von Pirna hin seine Operation zu beginnengedachte, vernahm er, daß selben Tages der rechte Flügel und die Mitte derAlliirten sich um Dresden aufgestellt, daß sie nur mehr den linken Flügel (Klenau)erwarteten, um die Stadt zu stürmen; er vernahm, daß St. Cyr nur mit derhöchsten Anstrengung seiner Kräfte den Platz noch 24 Stunden halten könne.

Vierundzwanzig Stunden', und es waren drei volle Tage vonnöthen, um imRücken der Alliirten zu defiliren. Drei Tage, die er gegen Blücher verloren!

Doch gab er die Hoffnung nicht auf, der combinirten Armee eine Niederlage bei-zubringen.

Er anvertraute dem Isten Corps die Mission, die er zuvörderst allen seinenTruppen zugedacht hatte, die ganze Zinne des Erzgebirges und sämmtliche Pässezu besetzen, durch welche die feindliche Armee so eben gekommen. Vandamme riefer, soll den Degen der Geschlagenen in Empfang nehmen!

Napoleon kam um 9 Uhr Morgens in Dresden an, ein Paar Stunden vor Man zurdem su cccssivcn Eintreffen seiner Garde, eines Theils der Infanterie Victors^^^"und der Cavalerie von Latour-Maubourg. Es war hohe Zeit, denn die Alliirtenungeduldig über den Verzug Klenau's, entschlossen, ihn nicht mehr abzuwarten,rückten in Schlachtordnung vor von Grunau bis Plauen. Beim Anblick der eintref-fenden Succurs - Truppen beschlossen sie die Attake zu brüsksten *). Sie bemäch-tigten sich der Vorstädte und kamen bis zur alten Stadtmauer. Jetzt warennur mehr die Thore zu sprengen und die Colonnen in die Straßen der Stadt zuwerfen. Schon ist Anordnung dazu getroffen, als sich plötzlich vor ihren Augendie Pirna'er und Plauen'er Thore öffnen. Sturm schlägt heraus. Die GardeBataillone des 4ten Corps brechen hervor und drängen den überraschten Feindzurück, bis an seine Stellung, die er vordem eingenommen.

In derselben Zeit brach Vandamme von Königstein auf und nahm mit demBajonett das Lager von Pirna wieder. Während der Nacht trafen Victor, Mar-mont, Kellermann in Dresden ein und brachten des Kaisers Armee auf 100,000Mann. Den folgenden Morgen (27ten) begann die eigentliche Schlacht. Siewar ein letzter Schimmer von Napoleons Glück.

*) Dagegen wird behauptet, daß als die Souveeains aus den Höhen von Räcknitz dieMasse der auf Dresden eilenden französischen Colonnen erblickten, sie sich bereits um l Uhrgegen einen Angriff erklärt hätten, auf welchen auch Schwarzenberg verzichten zu wollenschien, aber es ist nicht aufgeklärt, warum er doch unternommen wurde und ob dem Fürstenungeachtet der vielen Meldungen, die aber viele Zwischenbehörden durchlaufen mußten,nicht bekannt war, daß Vandamme über Königsstein vordringe.