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[Band 2.]
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Doch weiter kann sie nicht. Vandamme muß die nachrückenden Bataillone er-warten, und Nacht bricht ein.

Umsonst mahnt ihn General Tato zurückzugehen, sich wenigstens bis Nellen-dorf zu echelloniren. Vandamme kann sich nicht entschließen, die Höhen wiederzu ersteigen, die er eben verlassen. Er will die Avantgarde der Armee seyn, dieer von Stunde zu Stunde erwartet, und stellt sich vor Culm auf. Und vonStunde zu Stunde kommen immer mehr Oesterreicher und Russen herbei. Am30sten Morgens stehen dem Marschall 70000 Mann gegenüber, und GeneralBarklay an ihrer Spitze; Fürst Schwarzenberg gab ihm, um eine Spannungzu beseitigen, die wegen eines Mißverständnisses vor Dresden entstanden, denehrenvollen Auftrag, die Schlacht zu commandiren, die sich hier einleitete.

Ihren Anfang verkündete am 30sten Morgens ein Hochgewitter von Kanonen-donner. Bald haben sich die Bataillone ergriffen, 4 Stunden wüthet das Ge-menge. Schon verspürt Vandamme, daß er zu viel gewagt; will denn kein St.Cyr, kein Victor zu Hülfe kommen!

Da erglänzt auf den Höhen von Nellendorf im Sonnenschein ein Wald vonBajonetten — endlich die große Armee! 10 Uhr wars. Und Vandamme neuenMuthes ordnet neu die Schlacht. Doch es unterbricht ihn der Ruf: nicht die Unsern,Preußen sind's, die dort Herabkommen, die preußische Fahne weht an ihrer Spitze!Kleist war. St. Cyr vermeidend von der Dohnaer Straße abgewichen, hatte sichlinks ins Gebirg geworfen, gewann die Straße von Petcrswalde und stand nunim Rücken von Vandamme.

Da ergreift Entsetzen und Verzweiflung dessen Armeecorps. Der Marschallselbst ist entschlossen, seine Artillerie aufzugeben. Sie soll zum Abschied nocheinen Feuerregen um sich schleudern, während er sich den Rückzug öffnen will.

Corbineau wirft den linken Flügel Kleist entgegen, spaltet dessen Heereszug,seine Reiterei stößt die Bespannung der die Chaussee herabfahrenden preußischenArtillerie nieder, und bricht durch. Aber Kleist nur einen Augenblick überrascht,läßt den Flüchtigen weiter jagen. Ziethen ist noch zurück, denselben zu empfan-gen. Er selbst dringt jetzt auf Vandamme ein; dessen Heer wird zertrümmert;der Marschall gefangen.

An dieser Schlacht des Zufalls, im Ganzen unzusammenhängend, brach sichder weitere Verlauf dieses Feldzuges. Das Erzgebirge blieb den französischen Mar-schällen geschloffen; der Zweifel vor Dresden war gelöst. Die Schlacht von Culmkostete den Franzosen 4000 Todte, 10000 Gefangene, worunter 3 Generale Van-damme, Haro und Quiot und 81 Geschütze. Der Verlust der Oesterreicher war1 General und 816 Todte und Verwundete, der Preußen 1ü00 Todte, derRussen 2 Generale und 1000 Todte und Verwundete.