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wahrnehmend, daß Napoleon ihm gegenüber operire. Er befahl sogleich seinerzweiten Linie sich über Rheims in der Richtung nach Laon zurückzuziehen, wäh-rend die erste Linie das Treffen hinhalten sollte; doch kaum hatte er das Wortdieser Anordnung ausgesprochen, als ihm ein Haubitzensplitter die Schulter zerriß,daß er bewußtlos zusammensank. Bestürzt nahm ihn das nächste Bataillon in dieMitte und eilte zur Stadt; das zog die andern nach sich; die Batterien protztenauf und fuhren in Carriere davon; die Chargen des Feindes erfolgten gewaltigerund in wenigen Minuten befand sich das ganze Corps Saint Priest's in gräu-licher Verwirrung. Alles suchte Rettung; aber da nur Eine Brücke aus der Vor-stadt, in deren Straßen sich die Massen aufschichteten, über den steilufrigen Flußführt, und auch der dem Grafen im Dienstalter folgende General vom Pferd ge-stürzt war und besinnungslos fortgeschleppt wurde, so hätte das ganze Corps seinenUntergang finden können, wenn nicht ein Bataillon des Räsan'schen Regimentshart vor dem Defilö ein Carre bildend gehalten und einen dreimaligen Angriffder französischen Cavalerie mit Glück abgewiesen hätte. Darüber bekam GeneralAagow an der Spitze der Preußen und General Emanuel an der Spitze derRussen Zeit, das Thor und die Remparts mit 6 Bataillonen und 2 Kanonen zubesetzen, worauf das Gefecht wieder anhob, während das letzte Regiment überdie Brücke zurückging und das eiserne Gitter vorschob, womit das Stadtthor zusperren war. Hierauf begann ein lebhaftes Feuer daselbst. Marmont's Artilleriezielte aufs Thor, die Eisenstangen zu sprengen; es gelang nicht. Die Russen undPreußen, geschützt von einer Brustwehr, richteten unter den Franzosen, die sichjenseits ausstellten, ein solches Blutbad an, daß Marmont genöthigt war, dasGeschütz zurückzunehmen und seine Bataillone in die Häuser zu verlegen, denKampf sofort bis Nachts 11 Uhr nur durch ein Plänklerseuer fortsetzend.
Inzwischen hatte Napoleon bei Saint-Brice eine kleine Brücke herstellen lassen,und der Division Erzclmanns befohlen, den Feind zu umgehen. Schon war jedochdie Räumung der Stadt im Vollzug und einem Unteroffizier mit 200 auserwähltenSoldaten überantwortet. Man hatte ihm befohlen, sich so lange als möglich zuhalten und zuletzt gefangen zu geben. Doch diese Braven leisteten mehr als manerwarten durfte, und es gelang ihnen noch, nachdem sie ihre Patronen verschosien,eben als die Franzosen von anderer Seite in die Stadt drangen, in der Fin-sterniß zu entkommen und sich ihren Regimentern anzuschließen, von denen dergrößte Theil auf der Straße nach Laon und Rethel forteilte, während die übrigen,in der Verwirrung zersprengt, die Richtung nach Chalons einschlugen.
Das Resultat dieser unglücklichen Affaire, die auf Saint - Priest's Unvorsich-tigkeit lastet, war der Verlust von 10 Geschützen, 10 Fahnen und 100 Muni-tionswagen nebst einer Brückencquipagc. Die Russen und Preußen hatten zudem2000 Todte und Verwundete; 2500 wurden gefangen genommen. Die Fran-zosen berichten, daß nur 7-800 der ihrigen kampfunfähig geworden.
Napoleon hatte den geheimen Verdruß, daß es ihm nicht gegönnt war, denGrafen Saint-Priest, der ein geborner Franzose war, inmitten der erobertenFahnen nach Paris abzuführen; doch konnte er sich nicht enthalten, im Siegs-