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Ueber das Bedürfniss bleibender Befestigungen mit besonderer Hinsicht auf die Befestigung von Zürich / von David Nüscheler
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III. Befestigte Städte.

23) Es wurde schon öfters die Ansicht geäußert,ob es nicht vovtheilhafter wäre, die Festungen vonden Städten zu trennen und die befestigtenStädte durch bloß von Soldaten bewohnte Kriegs-plätze zu ersetzen, theils um die zu einer Festung ge-eignete Oertlichkeit frey auswählen zu können, theilsum den Städtebewohnern die Beschwerden einer Bela-gerung zu ersparen, theils um die Besatzung an einerstandhaften Vertheidigung weniger zu hindern.

Es ist dieses ein Vorschlag, der in menschlichersowohl, als in militärischer Beziehung so viel Wünsch-bares zu haben scheint, daß eine nähere Beleuchtungdesselben nothwendig ist.

24) Im Allgemeinen wird es öfters nicht hinlänglichbeachtet, daß die Auswahl der geographischen Stelleeiner Festung sehr selten willkührlich ist, sondern mei-stens durch die natürliche Gestaltung des Bodens unddessen künstliche Bebauung schon zum voraus bedingtwird. Wäre dieses nicht der Fall, wäre es nurdarum Zu thun, die günstigste Oertlichkeit auszu-wählen, um eine Festung beynahe unbesiegbar zumachen, so würde eine Anlage auf den höchsten Berg-spitzen oder mitten in unzugänglichen Morästen diebesten Festungen gewähren.

Allein es bedarf keines langen Beweises, daß solcheFestungen nur sich selbst, nicht ihr Land schützenwürden; daß im Gegentheil das ganze Land in dieHände des Feindes fallen, und dennoch die unzugäng-liche Festung sich noch halten, aber die Eroberungnicht hindern kann.