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Ueber das Bedürfniss bleibender Befestigungen mit besonderer Hinsicht auf die Befestigung von Zürich / von David Nüscheler
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und dem Vertheidiger das Gleichgewicht her, welcheszum Nachtheil des Angreifers gehoben wird, so balder auf dem gegen die Festung geneigten Abhang mitseinen Laufgräben vorrückt.

VI. Bleibende Befestigungen in unsermVaterland.

41) Wenn nun nach den allgemeinen Betrach-tungen über die Nothwendigkeit bleibender Befesti-gungen, namentlich befestigter Städte, der Blick aufdie besondere Lage und die eigenthümlichen Bedürf-nisse unsers Vaterlandes sich zurückwendet, ist esauffallend, daß die Benutzung seiner natürlichenBefestigungen vorzugsweise beachtet; dagegenauf eine umfassende künstliche (nach unsern poli-tischen und finanziellen Verhältnissen ungedenkbare)bleibende Befestigung schon zum Voraus ver-zichtet werden müsse.

Aber um deßwillen, weil eine solche vollständigeFestungsanlage nicht möglich ist, auch dieDemolitionder wenigen befestigten Punkte herbey wünschen undeifrig betreiben zu wollen, dürfte doch wohl das andereExtrem seyn; um so mehr, als man sich nichtverbergen kann, daß die so weit gebrachte Fertigkeitim Gebirgskrieg auf der Einen, und die so bedeutenderleichterten und vermehrten Straßenverbindungenauf der andern Seite, die Unüberwindlichkeit unserernatürlichen Schutzwehren eher vermindert, als ver-mehrt haben.