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sich bald in Lagerplätze. Ueberall waren die lan-gen weißen Kosaekenlanzen in Pyramiden zusam-men gestellt, und daneben sah man hier einenHaufen der bärtigen Krieger auf spärlichem Stroh-lager ausruhen, dort andre mit den Pferden be-schäftigt, die längs den Häusern in langen Rei-hen vor eilig gezimmerten Krippen angebundenwaren. Es regte sich wieder buntes Leben in dereinsam gewordenen Stadt. Ein Schwärm vonBäuerinnen, unter schwer beladenen Körben ge-beugt, war den Kosacken fröhlich voran gezogen,sobald nach-.-fünftägiger Sperre die Thore geöffnetwurden; der Markt füllte sich zur ungewöhnlichenStunde mit Verkäuferinnen, und dem Mangelan manchen Lebensbedürfnissen, der in den letz-ten Tagen sehr fühlbar geworden, folgte Ueber-fiusi, während im jenseitigen Stadttheile der ver-minderte Zufluß die Preise mancher Bedürfnissezu einer drückenden Höhe brachte. Sitten undLebensweise der Kosacken gaben auch mannichsal»tige Unterhaltung, welcher man sich desto unge-störter überlassen konnte, da die gutmüthigen undgnügsam'en Krieger keine beschwerlichen Gäste wa-ren, bei dem Städter so wenig, als im Ganzenselbst bei den Landleuten. Eine reichliche GabeBranntwein, Brod und Hering oder Zwiebelndazu, und der Kosack war zufrieden, und über-glücklich, wenn ihm gar ein. gesottener Fisch zuTheil ward, da er in der fromm beobachteten Fa-stenzeit Fleischspeisen nicht berührte. Kinderliebe