Der festliche Tag ward in Dresden noch glätvWender durch den zahlreichen Wachaufzug, bei wel-chem die beiden Monarchen zu Fuße erschienen.Da sah man einige englische Generale und Stabs-offiziere, die in des Kaisers Gefolge gekommenwaren; aber noch merkwürdiger mußte es für dieBewohner der Haupt-stadt sein, als sie den Be-fehlshaber der Festung Torgau, den GeneralThielemann, der vorher dem Kaiser war vor-gestellt worden, mitten unter den russischen Offi-zieren erblickten. Gegen Mittag ritten der Kaiserund der König von Preußen der russischen Reite-rei entgegen, welche der Großfürst Konstantin,der Tags vorher in Pillnitz angekommen war, indie Stadt führte. Es waren gegen 7000 Mannerlesener Krieger, die 20 Stücke Geschütz mit-brachten, An demselben Tage kam das herzoglich-sächsische, aus den Truppen von Weimar, Goth»und Hildburghausen gebildete, Bataillon an, dassich in Thüringen den. Preußen ergeben und inAltenburg seine Waffen und sein Geschütz zurückerhalten hatte. Mit klingendem Spiele zog es vordie Wohnung des Königs von Preußen, wo esvon beiden Monarchen gemustert ward, und inden folgenden Tagen brach es nach Schlesien auf,Um, wie es in den preußischen Berichten hieß,mit den Preußen „für die allgemeine Sache Teutsch-lands und für die Befreiung ihrer Landesherrnvon einer schimpflichen Unterdrückung" vereinigtzu fechten. Zn den nächsten Tagen, bis zum
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Napoleons Feldzug in Sachsen im Jahr 1813 : eine treue Skizze dieses Krieges, des französischen Kaisers und seiner Umgebungen / entworfen von einem Augenzeugen in Napoleons Hauptquartier, Otto Freiherr v. Odeleben
Seite
52
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