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Napoleons Feldzug in Sachsen im Jahr 1813 : eine treue Skizze dieses Krieges, des französischen Kaisers und seiner Umgebungen / entworfen von einem Augenzeugen in Napoleons Hauptquartier, Otto Freiherr v. Odeleben
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rend der Kriegsunruhen bedeutend gewonnen undgewannen fortdauernd; es ward allerdings einegroße Masse baaren Geldes in Umlauf gesetzt;aber alles dieß konnte die Nachtheile nicht auftwiegen, welche die Verarmung eines weit größer»Theils der Bewohner herbeiführen mußte. DieLast der Einquartierung*) ward durch die Anwessenheit des Hauptquartiers wahrend der achtwö»chentlichen Waffenruhe, wo stets gegen 30,000Mann in der Stadt lagen, noch unerträglicher,und besonders drückend in dem ärmsten .Theileder Stadt, in Friedrichsstadt, wo die Garden,dem Kaiser nahe, in großen Massen lagen, undmanchem Tagelöhner den ganzen täglichen Erwerbaufzehrten; denn was aus den Vorrathshäuserngereicht wurde, war unzureichend, die begehrlichenGäste nur nothdürftig zu befriedigen, und die

Handel wohl nie so bedeutend in Dresden, als wah-rend dieses Jahres. Die französischen Stabsoffizieresowohl, als früher die russischen bezahlten vieles zuhohen Preisen, besonders in der letzten Zeit, waSbei der unterbrochenen Verbindung und der zuneh-menden Nachfrage, auf weitem Umwege her-beigeschafft und unverhältnißmaßig bezahlt werdenmußte. Nicht weniger gewannen diejenigen, welchedie cinquartirte Mannschaft für Andre verpflegten,wie eS sich späterhin verrieth, als man sah, wiemancher Hausbesitzer sein Eigenthum demjenigen über,lassen mußte, der die Krieglasi für ihn getragen hatte.

*) Aus der in Beilage XXXVI. gegebenen Ueber,l si cht ergibt sich, daß von dieser Zeit an jener Druckam größten war.