Band 
Erster Band.
Seite
229
JPEG-Download
 

229

big war. Preußen war ja nur Hülfsmacht, nichtwirklich kriegführende; dieses Verhältniß auchnicht neu, es ging noch über den UtrechtcrTraktat hinaus. In dem abgeschlossenen Allianze-Traktate stand kein Wort über Anlegung von Festungen,und ein Bündniß, wo der eine Theil nur den Vortheilgenießen, der andere aber allein die Kosten tragen soll,hört auf Bündniß zu seyn. Noch hatte aber Preußenin keinem Traktate Napoleon als seinen Protektor, nochweniger als seinen Lehnsherrn anerkannt; noch war inKönig und Volk, Begriff und Sinn von National-Unab-hangigkeit, völlig lebendig geblieben, nur ausgewichcnwar die Politik des Staats, durch das neue Bündnißdem Stoße der Uebermacht. Dieser Begriff von behalte;ncr und erhalten wollender Nationalunabhangigkcit, warweder dem Kaiser Napoleon noch seinen Generalen ent-gangen und man suchte daher, wo man konnte, denfranzösischen Prioritatsbcgriff, sowohl dem Korps wiedem Lande, bei sich darbietenden Gelegenheiten, möglichstgenossen zu machen.

Mit Recht machte jedoch der General ’ÿcxï dem Ge-nerale Camprcdon die Bemerkung, daß die BefestigungMemcls nichts weiter als eine rein militairische Maaß-regel sey, daß man daher aus den eroberten Provin-zen das Ben'othigte dazu herbeischaffen müsse. Dem wa-ren freilich die Verheißungen Napoleons zur Errichtungdes Königreichs Polen und die Bestimmung entgegen,daß die Hülfsmittel der Provinz Samogitien, in dengroßen Schlund, in die Magazine für die große Armeekommen sollten, wohin selbst die von dem preußischenKorps in Samogitien wirklich erbeuteten Magazine wan-