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würdiger, unübersehbares Elend herbeigeführt haben würden. Aberder Kaiser Napoleon achtete nicht die Stimme der Vernunft, derFeldherr nicht die mit Blut erkauften Erfahrungen in der Kriegs-kunst, und so trieben denn Uebermuth und niedrige Leidenschaften,mit noch nicht getäuschter Menschenkenntniß den Menschen seinemdunkeln Geschick entgegen, so wie er sein entkräftetes Heer mitimmer neuer Eile der alten Kaiserstadt, und ihren Reichthümernund Herrlichkeiten zu.
Wie anders würde sich die Zukunft gestaltet haben, hätteNapoleon mit der Eroberung von Smolensk den diesjährigenFeldzug beendiget, sein Kriegsheer durch Vortruppen gesichert in engeWinterquartiere verlegt, die Belagerung von Riga ernstlich unter-nommen, den eroberten Strich von Polen, dessen Bewohner sichso unzweideutig für ihn erklärten, und die ihm dadurch geworde-nen bedeutenden Hülfsmittel organisirt, und so nach dem Fallevon Riga, seine Offensive im künftigen Frühjahr zeitig und kräftigunternommen. Nach allen auf Wahrscheinlichkeit gegründeten Be-rechnungen wäre es wohl nicht zweifelhaft gewesen, daß er imkünftigen Zahre, oder spätestens in einem noch folgenden Feldzuge,mit den Hülfsmitteln von ganz Europa an Menschen und Geld,bei aller Würdigung der Nationalkraft Rußlands und der Tapfer-keit seiner Bewohner, dennoch seine Demüthigung vollendet, unddadurch den letzten Schlag zur Vernichtung der Freiheit des Kon-tinents, so wie den kräftigsten zur Begründung seiner geträumtenUniverfalmonarchie gethan haben würde.
Wenn auch der fernere Rückzug der russischen Armee, in demreiflich überlegten Operationsplan ihres Vertheidigungskriegesbestimmt gewesen seyn mag, so kann man dennoch wohl alsgewiß voraussetzen, daß man diesen Rückzug nicht weiter als bisan die eigentllche alte russische Grenze nach Smolensk und über denDnieper hin fortsetzen wollte, und daß er von hier auö gänzlichunfreiwillig geschehen ist, wenn auch nicht aus gleichen Gründenund auf die Weise, wie die Eile von der Memel bis nach Smo-lensk. Man mochte auch russischer Seitü, so wie bisher überallin den Kriegen gegen Frankreich, dessen weit überlegene Zahl anStreitkräften fühlen, diesen zu begegnen suchte man in der An-passung der Operationen an die Natur des Nordens Zuflucht,wenn die Haupthandlung bis auf die Zeit des Herbstes und Win-ters Hinausgeschoben werden konnte. Dagegen bedurfte es aber einessehr ernsthaften Kampfes, um jeden Fußbreit Landes; denn erstwar der Sommer da, und der Länder schon viele verloren, derFeind nach nicht geschwächt. Zm Reiche aber mußten schleunigstimmer neue Kräfte zum Ersah der vorhandenen, und für die letztegroße Entscheidung gebildet werden; wie man denn auch wohlnicht Unrecht hatte, bei einer steigenden Gefahr, auf immer größereund entscheidendere Entschließungen des Volkes zu rechnen.
Von dieser Seite erscheinen uns auch die bisherigen russi-schen Kriegs-Ereignisse, wogegen mit den Tagen von Smolensk,und überhaupt jenseits deö Dnieper, ihnen eine andere Ansichtuntergelegt werden muß.